Freeski- & Ski-Model: echte Ski-Action statt gestellter Piste
Ski seit dem Laufenlernen: Was ein Ski-Model auf Kameraniveau können muss, worauf es bei Winter- und Gletscher-Shoots ankommt – und warum das richtige Material über den Shot entscheidet.
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Tobi Deckert
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7 Minuten
Von der Rennpiste in den Funpark
Im Rennteam habe ich den Feinschliff fürs Carving bekommen – aber gemerkt, dass mir Stil und Ästhetik mehr liegen als das Tor-für-Tor. Mit dem ersten Twintip (dem Salomon 1080) und Fuzzys Technik (Gliding, Sliding, Steering) kam ich in den Freeski-Sport: mit 16 als Camp-Teilnehmer, ein Jahr später selbst Coach. Ich war einer der Ersten mit Double-Flips und habe früh Contests gewonnen – u. a. Austrian Open (Nordkette), Spring in the Park (Zugspitze), Chill & Grill Tour, Nature Ride, Nebelhorn Classics, Snow Fever Big Mountain, Unichamp. Mit Fuzzy zusammen begann auch meine Sportmodel-Karriere – die ersten Profi-Jobs waren SportScheck-Kataloge, geshootet auf der Zugspitze.
Was ein Ski-Model auf Kameraniveau liefert
Echte Ski-Action heißt: der Move sitzt reproduzierbar, im Timing zur Kamera, unter oft schwierigen Bedingungen. Ein Beispiel aus dem Handwerk – der Schneespritz-Trick: Man baut aus Sun-Bouncern (Styroporplatten mit Silberfolie) eine 1–2 cm dünne, senkrechte Schneewand an den Kicker-Absprung. Springt man mit Schwung hindurch, spritzt der Schnee in alle Richtungen – auf dem Bild wirkt es wie ein Powderkicker, obwohl man im Sommer auf einem verfirmten Gletscher steht. Damals gab es keine KI, um Schnee reinzurechnen – das musste echt sein.
Weil ich auch hinter der Kamera arbeite (eigene Ski-Movies und Expeditionsfilme produziert und geschnitten), denke ich Kamerawinkel, Licht und Ablauf von Anfang an mit.

Winter- und Gletscher-Shoots: worauf es ankommt
Augenschutz Pflicht: Ein Gletscher wirkt bei Sonne wie ein Parabolspiegel – ohne starke UV-Brille verblitzt man sich die Augen (Schneeblindheit mit tagelangen Kopfschmerzen).
Kälte & Off-Season: Oft wird in der Off-Season geshootet – trotzdem ist es kalt, erst recht fürs Team. Warme Daunenjacken und Wechselklamotten sind Pflicht.
Dauerschwitzen beim Hiken: Für frischen Look sucht man unberührten Schnee ohne Lifte im Hintergrund – man hiked immer wieder dieselben Meter für denselben Shot und schwitzt permanent, kann sich aber nicht umziehen (die zu bewerbende Klamotte muss dranbleiben). Also hochwertige Skiunterwäsche.
Lawinen: bergerfahrenes Team, LVS-Gerät für alle abseits gesicherter Pisten, LVS-Check vor dem Dreh, Lawinenlagebericht und sauberes Location-Scouting. Bei komplexeren Drehs kommt ein Bergführer dazu. Und: Walkie-Talkies gehören am Berg immer mit.
Gletscherspalten: vor allem im Frühjahr/Herbst gefährlich – lokale Liftbetreiber kennen die Gebiete.
Ich erfülle hier also mehr als ein reines Sportmodel – ich berate, ohne die alpine Gesamtverantwortung allein zu übernehmen.
Wo echtes Können den Unterschied macht
Killtec (Sölden): Der Shot – ein Sprung von einer angelegten Schneemauer mit Schneespritz-Trick – wirkte wie großer Powder, war aber kontrolliert. Die Kunst lag im Sehen von Spot, Location und Kamerawinkel. Ergebnis: Covershot am ISPO-Eingang in ~3 m Höhe (Killtec hat mich mehrfach eingesetzt).
SportScheck-Kataloge: harte Freeski-Action auf mäßigem Vorsaison-Gletscher – jeder Sprung, jeder Drop musste sitzen.
PROVUU: eine Skibrille mit Kamerasensoren, die bei schlechtem Wetter den Kontrast verstärkt. Wir fuhren im dichten Nebel übersportlich – und der Clou: Die Brille war ein Prototyp und funktionierte noch gar nicht. Es zählte rein der skifahrerische Skill.
Meine Ski-Bildstrecken sind u. a. im Skiing Magazine („Spuren im Nichts“) erschienen.

Die Facetten – und warum das Material entscheidet
Wie beim Radfahren gibt es beim Skifahren fein getrennte Disziplinen, die anderes Material verlangen:
Race/Carving: kurze, stark taillierte, harte Ski; kleine Stockteller.
Powder: größere Stockteller, damit sie nicht versinken.
Ski Touring: leichte, schmale Ski mit Fellen – top zum Aufsteigen, weniger Spaß bergab.
Freeride: breite, lange „Powderlappen“ mit viel Auftrieb.
Bindungen: Pin-Bindungen sind leicht (Aufstieg), beim Abfahren aber heikel – sie lösen schlecht aus und übertragen bei Big-Face-Runs die Kraft nicht sauber.
Solche Details sieht ein echter Skifahrer sofort – deshalb braucht es die Absprache, welches Equipment exakt zum Shoot passt. Auch wichtig: Für neue Klamotten will man kein vier Jahre altes Ski-Modell. Als gesponserter Athlet für Rossignol (und mit Leki) fahre ich meist schon das Material der kommenden Saison – dann ist alles stimmig. Mehr echtes Material auf @tobi_deckert_sportmodel.
Wenn Sie eine Winter- oder Freeski-Kampagne mit echter Action planen: Buchungsanfrage senden.
Häufige Fragen
Was unterscheidet ein Ski-Model von einem Model, das Ski fahren kann?
Reproduzierbare Action unter schwierigen Bedingungen: Sprünge und Drops, die sitzen, saubere Technik und das Wissen, wie man mit Sun-Bouncern, Kamerawinkel und Timing echte Bilder erzeugt – ohne Double.
Worauf muss man bei Winter- und Gletscher-Shoots achten?
UV-Augenschutz gegen Schneeblindheit, Kälte-Management fürs Team, Lawinensicherheit (LVS-Check, Lagebericht, Bergführer), Gletscherspalten und Walkie-Talkies.
Warum ist das richtige Ski-Material so wichtig?
Weil Race-, Touren- und Freeride-Ski (samt Bindung und Stöcken) komplett unterschiedlich funktionieren. Passt das Material nicht zur Szene, sieht ein Kenner den Bruch sofort.
Fakten & Skills
Disziplinen | Freeski/Freeride · Race/Carving · Ski Touring · Tricks (Double-Flip) |
Historie | Ski seit 2,5 J. · TSV 1860 Rennteam · Fuzzy-Garhammer-Schule · Contest-Siege (Austrian Open, Spring in the Park …) |
Rolle | Commercial & Sport Model · Freeski-Performer · vor UND hinter der Kamera |
Referenzen | SportScheck · Killtec (mehrfach) · PROVUU · Rossignol (gesponsert) · Skiing Magazine |
Region | Alpen · Tirol · Bayern (int.) |
Ski-Action-Fotos: Klaus Listl (Freezing Motions).
By
Tobi Deckert
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