Mountainbike-Model: was echte Bike-Action vor der Kamera wirklich ausmacht

Was ein Mountainbike-Model können muss, damit eine Produktion echte Bike-Action ohne Double bekommt – Kamera-Details, Sicherheit und Beispiele aus Jobs für Bitburger, Diamant, Winora und Zimtstern.

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Tobi Deckert

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Ich bin in München geboren, mit den Bergen vor der Tür – und weil mich das früh gereizt hat, ist das Mountainbiken zu einer meiner Kernsportarten geworden. Für Produktionen heißt das: Ich fahre die Action selbst, vor der Kamera, ohne Double. In diesem Beitrag erkläre ich, was ein Mountainbike-Model wirklich können muss, woran man echtes Können erkennt – und was Bookern und Produktionen dabei am häufigsten durchrutscht.

Ich bin in München geboren, mit den Bergen vor der Tür – und weil mich das früh gereizt hat, ist das Mountainbiken zu einer meiner Kernsportarten geworden. Für Produktionen heißt das: Ich fahre die Action selbst, vor der Kamera, ohne Double. In diesem Beitrag erkläre ich, was ein Mountainbike-Model wirklich können muss, woran man echtes Können erkennt – und was Bookern und Produktionen dabei am häufigsten durchrutscht.

Tobi Deckert, Sportmodel, Mountainbike im Anlieger, Bikepark

Was ich auf dem Bike fahre – und auf welchem Level

Ehrlich eingeordnet: Ich fahre sportlich-aggressiv, aber nicht auf Profi-Contest-Niveau – und genau das ist für die meisten Kampagnen der richtige Punkt.

  • Downhill & Bikepark: technische Trails und Flow-Trails, auch mit größeren Downhill-Bikes, kleine Kicker. Riesen-Doubles springe ich bewusst nicht.

  • Trick-Background: einen Backflip mit dem Rad habe ich gemacht (ins Kissen).

  • E-Bike: Street, Uphill und Downhill mit E-MTB – alles kein Problem.

  • Rennrad: solide Grundlagen (Klickpedale, im Stehen treten, sauberer Look am Berg), kein Wettkampfniveau.

Auf all dem stehe ich so solide, dass es auf Bild und Video stimmig aussieht – belegt durch Buchungen für Winora, Diamant und den Kinospot für Bitburger 0,0 %. Ein Vorteil, den man am Set schnell merkt: Ich arbeite vor UND hinter der Kamera (Sony Alpha, Mavic-Drohne, Action-Cams, Insta360) – ich verstehe also, was die Produktion braucht, und denke mit.

„Kann Rad fahren“ vs. „kann vor der Kamera Rad fahren“

Das ist der Kern. Gerade beim technischen Downhill sieht ein erfahrener Biker sofort, ob jemand das kann – und zwar an Details, die auf dem Bild nicht lügen:

  • Sattelposition: Beim technischen Downhill ist der Sattel ganz unten. Steht er auf einem „Downhill“-Bild oben in Tretposition, ist die Sache gelaufen.

  • Bremse: Sauber gefahren liegt nur ein Finger am Bremshebel. Zwei Finger auf einem Bikepark-Shot verraten, dass da jemand nicht wirklich fährt.

  • Pedalstellung: In einem Left-Turn ist die linke Pedale nie unten. Solche Feinheiten fallen auf – und provozieren im schlimmsten Fall sogar einen Sturz, wenn man sie nicht plant.

  • Körperschwerpunkt: Bei einem steilen Step-down muss man weit hinter den Sattel. Wer das nicht gewohnt ist, sieht verkrampft aus – oder stürzt.

Vor der Kamera kommt die Abstimmung mit Fotograf und Kamera dazu: die richtige Linie, das Timing in der Kurve, die Fliehkräfte gezielt in Szene setzen – reproduzierbar, Take für Take. Genau das trennt einen Radfahrer von einem Bike-Model.

Beispiele aus echten Jobs

Bitburger 0,0 % (Kinospot). Drei Models, die Kolleginnen mit Doubles – ich als Stuntman konnte mich selbst vertreten. Was man im Spot nicht sieht: Die Strecke endete ohne Auslauf in einer Steintreppe, gefahren werden musste sie mit hoher Geschwindigkeit. Nach jedem geshooteten Frame: Vollbremsung und kontrolliertes Auslaufen über die Treppe. Ohne technisches Fahren wäre das nicht „locker“ ausgegangen. → Ausführlich im Bitburger-0,0-%-Case.

Diamant. Straßen-E-Bikes, geshootet auf einer Go-Kart-Bahn – es musste nach rasanter Action aussehen. Also habe ich das Rad an die Grenze gebracht und mich in den Kurven sauber reingelegt.

Winora. Gemütliche E-Bike-Szene im Münchner Umland, Richtung Jobrad: nach einem stressigen Tag entspannt nach Hause radeln. Hier zählte die Kombination aus Fahrrad-Skill und schauspielerischem Geschick.

Zimtstern. Fahrradbekleidung (u. a. im Pinkbike-Magazin veröffentlicht) – die nur gut aussieht, wenn man auch ernsthaft gut auf dem Rad aussieht. Kein Extrem, eher lockeres Fahren mit Freunden im Bikepark.

Tobi Deckert, Sportmodel, E-Bike-Action für Diamant auf der Kartbahn

Was Booker und Produktionen oft übersehen

Der häufigste Fehler: das falsche Sportgerät für die falsche Anwendung – oder Outfit und Bike passen nicht zusammen. Ein Enduro-/Ausdauer-Outfit auf einem Downhill-Schlachtross ist ein Bruch, den jeder Kenner sieht. Als Downhiller trägt man weite Klamotten, um Protektoren zu kaschieren; im Enduro ist man luftiger angezogen und fährt weniger aggressiv; im Bikepark fährt man selten ohne Knie-, Ellbogen-, Rücken- und Helmschutz.

Stylistinnen können dieses Detailwissen gar nicht immer haben – völlig okay. Aber es braucht Rücksprache: Die Stylistin sorgt für die Farben, das Sportmodel entscheidet bei der Sicherheit mit. Ein Helm fliegt nicht raus, nur weil er farblich nicht passt. Ich bringe dafür eine Auswahl an Helmformen und -farben mit. Und: Profi-Helme tragen oft Fremdlogos (Headsponsoring) – das gehört vor dem Dreh geklärt, wenn eine andere Marke beworben wird.

Einen MTB-Dreh sicher planen

  • Wetter: Nasser Boden – auch vom Vortag – macht die Abfahrt rutschig; das Vorderrad bricht aus. Bei Close-up-Action, bei der der Fotograf in der Fahrlinie steht, kann das schmerzhaft enden.

  • Staub: Wochenlang trockene Trails stauben stark – das trifft vor allem das Kameraequipment, das man schützen muss.

  • Strecke & Menschen: Drehgenehmigung klären, und in belebten Bikeparks genug Blocker-Personal einplanen, das Abschnitte kurzfristig sperrt.

  • Nacht-/Dämmerungs-Shoots: unbedingt tagsüber proben. Wer nachts am Shooting-Point den Blitz ins Gesicht bekommt, ist danach kurz blind – ohne Rehearsal geht das schief.

Tobi Deckert, Sportmodel, Mountainbike, Zimtstern

Model und Stunt in einer Person

Für die meisten Werbedrehs ist das ein klarer Vorteil: ein Gesicht vom Actionshot bis zum Close-up, keine zweite Gage, keine sichtbaren Brüche zwischen Double und Model, weniger Drehzeit. Meine jahrzehntelange Dreherfahrung – bis hin zum Stunt-Double von Hugh Jackman und Taron Egerton in „Eddie the Eagle“ – hilft, Situationen realistisch einzuschätzen und dem Regisseur klar zu sagen, was geht und was nicht, und ab wann ein zusätzlicher Stunt-Koordinator sinnvoll ist. Die einzige Ausnahme: sehr lange, hochriskante Drehs, bei denen ein Ausfall des Models durch Verletzung teuer würde – da plant man bewusst anders.

Woran ein Booker echtes Können erkennt

Am ehrlichsten ist der Instagram-Kanal (@tobi_deckert_sportmodel) und ein Portfolio mit echten Referenzen. Ein extra E-Casting bringt oft wenig – eine genaue Vorstellung „auf Zuruf“ nachzubauen ist viel Arbeit. In einem fertigen Werbespot sieht man außerdem nicht, ob mit Doubles gearbeitet wurde. Ein guter Sportler hat von seiner Disziplin ohnehin echtes Foto- und Videomaterial, das man vorab anfordern kann.

Wenn Sie eine Kampagne mit echter Bike-Action planen: Buchungsanfrage senden.

Häufige Fragen

Was macht ein Mountainbike-Model aus?
Ein Mountainbike-Model liefert echte Bike-Action vor der Kamera – reproduzierbar, im Timing zur Kamera, mit korrekter Technik (Sattel unten, ein Finger an der Bremse, saubere Pedalstellung). Der Unterschied zum „kann Rad fahren“ liegt in genau diesen Details, die ein Kenner auf dem Bild sofort erkennt.

Warum ein Sport-Model statt Model plus Stunt-Double?
Weil ein Performer beides liefert: den sportlichen Move und das werbetaugliche Gesicht. Das spart ein zweites Team und Gage, vermeidet Brüche zwischen Double und Model und verkürzt die Drehzeit.

Worauf muss eine Produktion beim MTB-Dreh achten?
Auf Wetter (Nässe, Staub), Streckengenehmigung und Blocker-Personal, passendes Material zum Outfit sowie Rehearsals – besonders bei Nacht- oder Dämmerungs-Shots.

Fakten & Skills

Disziplin

Mountainbike (Downhill, Flow, Bikepark), E-MTB, Rennrad-Basics

Level

sportlich-aggressiv, kameratauglich reproduzierbar (kein Profi-Contest)

Rolle

Commercial & Sport Model · Mountainbiker · anteilig Stunt

Referenzen

Bitburger 0,0 % · Diamant · Winora · Zimtstern (Pinkbike)

Region

München · Voralpen · Alpenraum

Mountainbike-Model: was echte Bike-Action vor der Kamera wirklich ausmacht

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