
Bitburger 0,0 % — Ein Gesicht statt drei Doubles
Behind the Scenes vom Bitburger-0,0-%-Kinospot: Mountainbike-Action in der Eifel, der Hero-Shot in Stunden – und warum ein Sport-Model drei Stunt-Doubles ersparte.
Written by
Tobi Deckert
Reading Time
5 Minuten
The risk matrix
Severity of outcome →
| Insignificant 1 | Minor 2 | Significant 3 | Major 4 | Severe 5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Almost certain 5 | Medium 5 | High 10 | Very high 15 | Extreme 20 | Extreme 25 |
| Likely 4 | Medium 4 | Medium 8 | High 12 | Very high 16 | Extreme 20 |
| Possible 3 | Low 3 | Medium 6 | Medium 9 | High 12 | Very high 15 |
| Unlikely 2 | Very low 2 | Low 4 | Medium 6 | Medium 8 | High 10 |
| Rare 1 | Very low 1 | Very low 2 | Low 3 | Medium 4 | Medium 5 |
↑ Probability
Green · routinebruisesski carving · wingfoiling · cycling
Yellow · minorgrazes, small injuriesspeedriding in good wind
Orange · seriousbigger injuries, fractureskite action (condition-dependent)
Red · not approvedsevere, irreversible (e.g. broken neck)big cliff drop with too little snow · flying in föhn wind · kitesurf in wrong current / reefs
The same activity moves through the zones depending on conditions — weather, surface, light and daily form shift the rating.

Das Projekt
Gedreht wurde direkt am Hopfenfeld in Bitburg, die Mountainbike-Szene in der Eifel im Bitburger Umland – eineinhalb Drehtage plus ein vorgeschalteter Recce-Tag zum Scouten und Präparieren der Strecke. Es ging um eine neue, komplett alkoholfreie Edition – positioniert als das Bier für Sportlerinnen und Sportler. Die Szene erzählt genau das: Ich bin mit zwei Mitfahrerinnen auf dem Mountainbike unterwegs, danach geht es in den Biergarten, wo wir mit einem Bitburger 0,0 % anstoßen.
Produziert hat BAKERY FILMS Filmproduktion GmbH, Regie führte Florian Meimberg. Die Buchung kam über Claudia Rummler (Lachfalten). Es war ein klassischer, groß aufgezogener Werbedreh mit voller Film-Crew: allein die Biergartenszene wurde mit rund 30 Komparsen belebt, der komplette Biergarten dafür nachgebaut.
Ein Gesicht statt drei Doubles
Das Besondere an diesem Job: Ich habe die Action selbst gefahren. Eine klassisch besetzte Produktion hätte für die drei radelnden Rollen drei Stunt-Doubles gebraucht – Fahrer, die für die Kamera das Sportliche übernehmen, während die Models nur die Nahaufnahmen liefern. Hier fiel das weg. Ich war Sport-Performer und Model in einer Person, und weil die Action überschaubar und der Trail Routine war, habe ich zusätzlich einen Teil der Stunt-Koordination mit übernommen.
Für den Kunden heißt das konkret: weniger Personen am Set, weniger Drehzeit, ein durchgängig gleiches Gesicht vom Actionshot bis zum Close-up – und keine sichtbaren Brüche zwischen „Double auf dem Rad“ und „Model mit dem Glas“. Das ist kein Werbeversprechen, sondern der Grund, warum dieser Dreh unkompliziert lief.
Mountainbike auf Kameraniveau
Im fertigen Spot sieht man vor allem die schnellen, rasanten Abfahrten. Was man nicht sieht: Dazwischen lagen technische Downhill-Passagen über Steine, die langsam und kontrolliert gefahren werden mussten. Genau solche Stellen trennen „kann Rad fahren“ von „kann vor der Kamera Rad fahren“ – reproduzierbar, im richtigen Timing, Take für Take. Weil wir die Strecke vorab anschauen und präparieren konnten, war das Fahren selbst kein Problem. Anspruchsvoll blieb es trotzdem: Nicht jedes gefahrene Bild hat es am Ende in den finalen Spot geschafft.
Der Hero-Shot: warum das Trinken Stunden dauert
Der aufwändigste Moment war nicht die Abfahrt, sondern das Anstoßen. Für den Hero-Shot – das Trinken – muss jedes Detail sitzen: die Fingerstellung am Glas, die Bewegung des Trinkens, wie die Lippe den Flaschenhals berührt, und das alles im Einklang mit Licht und Hintergrund. Bis das perfekt war, vergingen mehrere Stunden, und ich habe an dem Tag mit Sicherheit mehrere Liter getrunken – echtes Bier, denn nur echtes Trinken sieht auf der Leinwand authentisch aus. Dass die Edition alkoholfrei war, kam mir dabei sehr gelegen.
Licht, Drohne, Timing
Zwei Dinge machten den Dreh technisch spannend. Erstens das Licht: Im Hintergrund sollte die Sonne scheinen, gleichzeitig durfte sie keine harten Schatten in unsere Gesichter werfen – deshalb wurde ein riesiger Diffusor aufgebaut, der das Sonnenlicht weich machte. Zweitens die Drohne: Der Action-Run musste exakt auf den Flug der großen Kameradrohne abgestimmt werden, die mitten im Wald zwischen den Bäumen fliegen musste. Da zählt jedes Timing.
Der fertige Spot: auf YouTube ansehen.
Worum es am Ende geht
Dieser Job steht für das, was ich als Model anbiete: die Kombination aus Action, Sport, Performance und Commercial Model – alles in einer Person. Eine Produktion bekommt den sportlichen Move und das werbetaugliche Gesicht aus einer Hand, ohne zweites Team und ohne Double.
Wenn Sie eine Kampagne planen, bei der Sport, Bewegung und Marke zusammenkommen: Buchungsanfrage senden.
Häufige Fragen
Warum ein Sport-Model statt Model plus Stunt-Double?
Weil ein Performer beides liefert: den sportlichen Move und das werbetaugliche Gesicht. Das spart ein zweites Team und die zusätzliche Gage, es gibt keine sichtbaren Brüche zwischen Double und Model, und die Drehzeit sinkt. Beim Bitburger-Spot hätte eine klassische Besetzung drei Stunt-Doubles gebraucht – hier fiel das weg.
Muss man bei Bierwerbung wirklich echt trinken?
Ja. Nur echtes Trinken sieht auf Leinwand und Bildschirm authentisch aus – die Fingerhaltung, die Lippe am Glas, das Schlucken. Deshalb dauert so ein Hero-Shot Stunden und braucht viele Wiederholungen. Dass die Edition alkoholfrei war, war dabei ein praktischer Vorteil.
Wie anspruchsvoll ist Mountainbiken für die Kamera?
Anspruchsvoll ist nicht die schnelle Abfahrt, die man im Spot sieht, sondern die technischen Passagen dazwischen – kontrolliert über Steine, reproduzierbar, im exakten Timing zur Kamera und zur Drohne. Genau das trennt „kann Rad fahren“ von „kann vor der Kamera Rad fahren“.
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Tobi Deckert