Yodobashi am Fuschlsee: der Lieferbote auf dem Jetboard

Behind the Scenes eines Jetboard-Werbespots für den japanischen Konzern Yodobashi am Fuschlsee: was ein Jetboard ist, wie man neues Sportgerät in Minuten beherrscht – und wie ein zerstörtes Board mit Panzertape gerettet wurde.

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Tobi Deckert

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Einer meiner aufregendsten Drehs: ein Werbespot für den japanischen Elektronik-Konzern Yodobashi, gedreht am Fuschlsee. Ich spiele darin einen Lieferboten, der ein Paket auf dem Wasser zustellt – auf einem Jetboard, mit rund 60 km/h. Hier die Geschichte hinter dem Spot: was ein Jetboard überhaupt ist, warum Vielseitigkeit den Job entschieden hat, und wie ein bei 50 km/h zerstörtes Board mitten im Dreh gerettet wurde.

Einer meiner aufregendsten Drehs: ein Werbespot für den japanischen Elektronik-Konzern Yodobashi, gedreht am Fuschlsee. Ich spiele darin einen Lieferboten, der ein Paket auf dem Wasser zustellt – auf einem Jetboard, mit rund 60 km/h. Hier die Geschichte hinter dem Spot: was ein Jetboard überhaupt ist, warum Vielseitigkeit den Job entschieden hat, und wie ein bei 50 km/h zerstörtes Board mitten im Dreh gerettet wurde.

Tobi Deckert jetboard, Yodobashi Xtreme

Das Projekt

Yodobashi ist in Japan führend im Elektronikhandel – eine Mischung aus dem, was man bei uns als Media Markt und Amazon kennt. In Japan ist die westliche Outdoor-Kultur hoch angesehen, und so macht die Marke immer wieder Kampagnen, in denen europäische Outdoor- und Extremsportler verrückte Dinge tun.

Das Storyboard: Zwei Freunde sind beim Wildwasser-Kajakfahren und filmen sich mit einer GoPro. Bei einem Drop fällt die Kamera weg – und wird kurzerhand bei Yodobashi neu bestellt. Hier komme ich ins Spiel: als Delivery Boy. Weil die beiden nicht warten wollen und weiterpaddeln, muss ich umrouten – und dorthin komme ich mit dem Auto nicht mehr. Der Twist: Ich öffne am Seeufer die Heckklappe, hole ein Jetboard heraus, springe mit dem Paket im wasserdichten Rucksack auf und fahre über den See und den Wildwasserfluss aufwärts bis zu den beiden. Paket übergeben, alle glücklich.

Umgesetzt hat den Spot die Agentur Zoom Productions vom Fuschlsee – gegründet von Ulrich Grill, selbst leidenschaftlicher Extremsportler (Gleitschirm) und für viele Projekte mit Red Bull bekannt. Am Bild war Kameramann Lukas Kozel, mit dem die Zusammenarbeit sehr produktiv war. Gebucht wurde ich über E-LACE. (Dreh: 2021.)

Was ist ein Jetboard – und wie unterscheidet es sich von Jetski und E-Foil?

Ein Jetboard hat einen Jetantrieb: Der Impeller – im Prinzip eine Schiffsschraube – sitzt im Rumpf des Bretts. Das Board saugt vorne unter sich Wasser an, beschleunigt es elektrisch durch den Impeller und stößt es hinten wieder aus. Ein Jetski funktioniert sehr ähnlich (Einlass vorne, Antrieb hinten) – die beiden sind eng verwandt, nur ist der Rumpf beim Jetboard viel kleiner und leichter, eben nur ein Brett, und dadurch deutlich agiler. Jetantriebe haben generell viel Leistung und hohe Beschleunigung, und sie lassen sich gut steuern, weil der Wasserstrahl direkt an der Düse gelenkt wird – anders als beim Außenborder, wo der ganze Motor gedreht wird.

Ein E-Foil ist etwas anderes: Hier trägt ein Hydrofoil – eine Tragfläche unter Wasser an einem Mast – das Brett. Der Antrieb sitzt im Flügel; ab einer gewissen Geschwindigkeit hebt das Board komplett aus dem Wasser und man fährt nur noch auf dem Flügel, gesteuert per Gewichtsverlagerung. Jetboard wie E-Foil steuert man über einen Handcontroller für die Motorleistung. Das Jetboard für den Dreh kam vom schwedischen Hersteller Radinn.

Warum ich den Job bekam: Vielseitigkeit

Die Agentur hatte im Casting bereits andere Models getestet – mit der Performance auf dem Board war sie aber nicht zufrieden. Ich habe den Auftrag bekommen, weil ich vom ersten Moment an sicher auf dem Brett stand. Genau hier zahlt sich Vielseitigkeit aus: Wer viele Sportarten auf hohem Niveau beherrscht, für den ist neues, ausgefallenes Sportgerät nicht bedrohlich – ich stelle mich in wenigen Minuten darauf ein und performe.

Ich betreibe generell viel Wasser- und Boardsport, war vorher E-Foil gefahren (Jetboard allerdings noch nicht) und komme mit solchen Geräten schnell zurecht – sicher, wenn auch nicht auf Profi-Niveau. Dazu kommt mein Ingenieur-Hintergrund: Ich habe früher leidenschaftlich an einem eigenen Stand-Up-Freestyle-Jetski herumgeschraubt. Dieses technische Verständnis hilft enorm, ein neues Antriebsgerät schnell einzuschätzen.

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Die härteste Szene: Jailbreak, Crash und die Panzertape-Rettung

Die Abschlussszene war zugleich die schwierigste: der letzte, aggressive Spray-Turn in einer engen Flussmündung, bevor ich absteige und das Paket übergebe. Die ersten Turns sahen nicht imposant genug aus – das Jetboard war für normale Nutzer auf rund 40 km/h gedrosselt. Ich bat um mehr Power, die Produktion rief beim Hersteller in Schweden an und bekam einen Jailbreak-Code, um das Board freizuschalten: mehr Geschwindigkeit, vor allem mehr Punch beim Antritt.

Und dann passierte es: Ich war zu aggressiv unterwegs, rutschte vom Brett – und das Board schoss führerlos mit rund 50 km/h weiter und prallte gegen die Felswand. Das gesamte Top splitterte auf. Das Entsetzen am Set war groß: erster Shot, das gebrandete Jetboard zerstört, ein zweites gab es nicht. Zum Glück hatte das Grip-Team der Kamera reichlich farbiges Panzertape dabei – damit haben wir das Brett farbecht an der richtigen Stelle geflickt. Vorne saßen nur Schwimmkörper, keine Elektronik, das Board blieb einsatzbereit, und wir konnten den Shoot zu Ende drehen. Der Dreh zeigt mir: Es gibt physikalische Grenzen – und an denen haben wir hier deutlich gekratzt.

FPV-Drohnen und Sicherheit

Um die Action sauber einzufangen, wurde ich von erfahrenen FPV-Piloten mit Mini-Race-Drohnen gefilmt. Solche Drohnen haben oft eine weitwinklige Linse und müssen dafür sehr nah heran – teils bis auf einen Meter an mein Gesicht, bei 60 km/h auf dem Wasser, während ich nicht immer ganz berechenbar fahre. Träfe eine Drohne, ginge das böse aus. Auch das zeigt: Auf jeder Seite braucht es ein professionelles Erfahrungslevel, damit so ein Dreh sauber umgesetzt wird.

Kleine Randgeschichte: die Polizei am Chiemsee

Als ich das Casting gewonnen hatte, wurde mir das Jetboard zum Training überlassen. Bei meiner ersten Probefahrt am Chiemsee hatte ein Zuschauer nach zehn Minuten die Polizei gerufen, die mich prompt aus dem Wasser fischte. Das Paradoxe: Ich hatte vorher geprüft, welche Antriebs-Leistungsklasse auf bayerischen Seen erlaubt ist, und lag darunter. Es gibt aber eine Extraklausel in der bayerischen Schlösser- und Seenverordnung, die Jet-Antriebe verbietet – was der Beamte selbst nicht wusste. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch. Zwei Wochen später flatterte trotzdem eine Ordnungswidrigkeit über 2.500 € ins Haus, die ich mit einiger Bürokratie wieder abwenden konnte. Man muss über die deutsche Verwaltungsfreude schmunzeln – gelernt habe ich daraus, Regularien vorher noch genauer zu prüfen.

Worum es am Ende geht

Dieser Dreh steht für das, was ich als Sport- und Action-Model mitbringe: Vielseitigkeit auf vielen Sportgeräten, technisches Verständnis und die Ruhe, auch in einer Krise am Set die Aufnahme zu retten. Wer eine internationale Kampagne mit echter Wasser-Action plant, bekommt jemanden, der sich schnell in neues Gerät einfindet und zuverlässig performt.

Wenn Sie ein Projekt mit Wassersport oder ausgefallenem Sportgerät planen: Buchungsanfrage senden.

Häufige Fragen

Was ist ein Jetboard?
Ein motorisiertes Brett mit Jetantrieb: Ein Impeller im Rumpf saugt vorne Wasser an und stößt es hinten aus. Gesteuert wird die Leistung über einen Handcontroller. Ein Jetboard ist eng mit dem Jetski verwandt, nur viel kleiner, leichter und agiler.

Was ist der Unterschied zwischen Jetboard und E-Foil?
Ein Jetboard bleibt auf der Wasseroberfläche und wird von einem Wasserstrahl angetrieben. Ein E-Foil hebt ab einer gewissen Geschwindigkeit auf einer Tragfläche (Hydrofoil) unter Wasser aus dem Wasser und wird per Gewichtsverlagerung gesteuert.

Wie kann man ein neues Sportgerät so schnell beherrschen?
Wer viele Board- und Wassersportarten auf hohem Niveau fährt, überträgt Gleichgewicht, Kantengefühl und Kontrolle auf neues Gerät. Zusammen mit technischem Verständnis reichen oft wenige Minuten, um sicher zu performen – auch wenn es kein Profi-Niveau in der neuen Disziplin ist.

Was passiert, wenn am Set Equipment kaputtgeht?
Man improvisiert professionell. Bei diesem Dreh zerstörte das führerlos gegen eine Felswand geschossene Jetboard sein Deck – mit farbigem Panzertape wurde es farbecht geflickt und blieb einsatzbereit, sodass der Shoot ohne Ersatzboard zu Ende gedreht werden konnte.

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