Ehrmann Almighurt „Follow Me Around“: eine UGC-Sommerkampagne im Allgäu
Behind the Scenes der Ehrmann-Almighurt-Kampagne im Allgäu: „Follow Me Around“ auf dem iPhone mit Anke Diana Höger – plus: wie man UGC bucht, Nutzungsrechte klärt und was ein gutes UGC-Model ausmacht.
Written by
Tobi Deckert
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7 Minuten
| Insignificant 1 | Minor 2 | Significant 3 | Major 4 | Severe 5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Almost certain 5 | Medium 5 | High 10 | Very high 15 | Extreme 20 | Extreme 25 |
| Likely 4 | Medium 4 | Medium 8 | High 12 | Very high 16 | Extreme 20 |
| Possible 3 | Low 3 | Medium 6 | Medium 9 | High 12 | Very high 15 |
| Unlikely 2 | Very low 2 | Low 4 | Medium 6 | Medium 8 | High 10 |
| Rare 1 | Very low 1 | Very low 2 | Low 3 | Medium 4 | Medium 5 |
The same activity moves through the zones depending on conditions — weather, surface, light and daily form shift the rating.

Das Projekt
Ehrmann wollte das Sommergefühl des Allgäus erzählen: Almighurt als kurzer, schöner Genussmoment – am Öschlesee, auf dem Wochenmarkt in Kempten, mitten in der Natur. Gedreht wurde an zwei Tagen mit einem bewusst kleinen Team, das einen authentischen, natürlichen Stil treffen sollte. Umgesetzt hat das die Agentur Serviceplan NEO (House of Communication) unter der Regie von Marina Vissing; meine Buchung kam über Lachfalten.
An meiner Seite: Anke Diana Höger, ein hauptberufliches Commercial-Model aus Stuttgart, das schon zuvor für Ehrmann vor der Kamera stand. Das Ergebnis waren mehrere kurze Reels und Stills, jedes eine kleine Geschichte für sich – vom „perfekten Snack“ bis zur Szene, in der ich versuche, ihr unbemerkt einen Löffel Almighurt zu stibitzen.
„Follow Me Around“ und UGC – Produktion ist nicht gleich Nutzung
UGC (User Generated Content) bedeutet zunächst nur: Ein Influencer, Model oder sogar Endverbraucher produziert den Content selbst. Weil man damit sein eigenes Produktionsteam ist, spart die Marke viel Geld – der ganze Overhead aus Produktion, Casting und Crew fällt weg. Die Marke bekommt am Ende einen fertig geschnittenen Clip oder Rohmaterial und kann es in der eigenen Abteilung so schneiden, wie sie es braucht.
Wichtig – und oft missverstanden: Produzieren ist die eine Schublade, das Veröffentlichen, Vermarkten und Nutzen die andere. Nur weil jemand den Content selbst produziert hat, sind damit noch keine Nutzungsrechte geklärt. Zwischen beiden Seiten sollte ein klarer Vertrag stehen, damit alle wissen, woran sie sind. Analog zu Nutzung und Reichweite wird dann das Buyout vereinbart – ich richte mich dabei immer nach der VELMA-Tabelle. (Einen Muster-UGC-Markenvertrag stelle ich hier in Kürze als Download bereit.)
Schauspiel zu zweit
Bei diesem Job stand nicht der Sport im Vordergrund, sondern das Schauspielerische – das emotionale Zusammenspiel zweier Menschen. Als gespieltes Pärchen mussten wir in vielen Szenen glaubwürdig miteinander agieren, und das hat vom ersten Moment an funktioniert. Dass Anke Diana das hauptberuflich macht, habe ich schnell gemerkt: Ihre lockere, positive Art hat vieles aufgelockert.
Genau darum geht es bei einer emotionalen Kampagne: Der Betrachter soll sich mit den Darstellern identifizieren, das Sommergefühl soll echt wirken. Das gelingt nur, wenn die Chemie im Duo stimmt und beide wissen, wie man vor der Kamera spielt, ohne dass es gestellt aussieht – ob im Reel „Almi klauen“ oder beim Sorten-Erraten mit verbundenen Augen.
Authentisch und makellos zugleich
Der scheinbare Widerspruch bei UGC: Auch wenn alles beiläufig aussehen soll, muss das Produkt perfekt sitzen. Der Almighurt-Becher muss im Bild einwandfrei aussehen. Also hatten wir mehrere Kisten dabei, die wir immer wieder frisch geöffnet haben – ich habe an den Drehtagen mit Sicherheit einige Kilo Joghurt in allen Sorten durchprobiert. Authentisch und makellos zugleich: Das ist die eigentliche Handwerksaufgabe bei so einem Format.
Der Trick mit den echten Straßeninterviews
Ein Teil der Kampagne entstand auf dem Wochenmarkt in Kempten. Dort wurden Passanten interviewt, wie ihnen der Almighurt schmeckt. Zwischendrin wurden auch wir – als Profi-Statisten – interviewt und haben unsere Aussagen „gespielt“. So kann die Marke im Schnitt echte Kundenstimmen mit unseren inszenierten Aussagen mischen, ohne dass ein Bruch entsteht. Ein cleverer Kniff, der zeigt, wie eng authentischer Content und gezielte Inszenierung heute zusammenspielen.
UGC richtig buchen: Verlässlichkeit ist der Knackpunkt
Die Buchungslogik ist denkbar einfach: Eine Marke tritt direkt an ein Model, einen Influencer oder Endkunden heran und fragt konkret an, ob der Content gedreht werden kann. Alle Verhandlungen, Abrechnungen und Absprachen laufen dann direkt zwischen Producer und Marketingabteilung – schnell, schmerzlos und effizient, ohne Agentur-Overhead.
Der eigentliche Knackpunkt auf beiden Seiten ist Verlässlichkeit. Der Markt wird von dubiosen Anfragen überflutet – etwa Marken, die den Influencer-Markt mit unseriösen oder unvergüteten Angeboten fluten; umgekehrt ist es für Marken schwierig, Creatorn zu vertrauen, die dann auch wirklich liefern, wenn das Produkt erst mal verschickt ist. Meine Empfehlung: mit einem kleinen Testprojekt starten – beidseitig, mit klarer Vergütungsvereinbarung und echten Verpflichtungen –, dieses sauber durchziehen und erst dann skalieren.
Was ein gutes UGC-Model ausmacht
Ein gutes UGC- und Commercial-Model ist vor allem authentisch. Man weiß, was gerade Trend ist, kennt die Angles, inszeniert einen aktuellen Social-Media-Trend und baut das Produkt organisch ein – oder setzt gezielt eine Vorlage nach. Genauso wichtig wie am großen Set: Licht und Ton müssen passen. Moderne Handykameras liefern qualitativ genug, aber gutes Licht ist meist unverzichtbar. Wer draußen dreht, muss die Grundregeln kennen – das flache, weiche Licht am frühen Morgen oder Abend gegenüber der prallen Mittagssonne, die harte Schatten ins Gesicht wirft.
Kurz: Grundlagen in Foto- und Filmskills, ein Gespür für Timing und die nötige Kreativität für spannende Übergänge. Genau das erzeugt in der kurzen Aufmerksamkeitsspanne von Social Media die Aufmerksamkeit, auf die es ankommt.
Was so ein Drehtag bringt – und was er kostet
Die Ausbeute pro Drehtag ist gut, gerade weil der Overhead eines großen Teams fehlt. Das Drehbuch ist meist klein, Planung und Verantwortung liegen beim Creator. Im besten Fall gibt die Marketingabteilung nur einen groben Rahmen vor und lässt dem Creator Spielraum für seinen eigenen Stil – denn oft hat ein Creator eine bestimmte „Masche“, wegen der die Leute die Clips überhaupt schauen. Die sollte eine Marke nicht durchbrechen, sondern das Produkt sauber einbinden.
Wichtig für Marken: Ein All-inclusive-Paket vom Creator sieht mühelos aus, steckt aber voller Arbeit – Vorbereitung, Planung, Dreh und Schnitt. Das kostet Zeit und muss vergütet werden. Eine reine Modelgage ist vergleichbar; das zusätzliche Zeitbudget für Planung, Schnitt und Grading kommt on top – unabhängig von den Nutzungsrechten, die wie immer über Buyout und VELMA-Tabelle geregelt werden.
Warum wir bewusst vor Ort im Allgäu gedreht haben
Wenn man bewusst lokalen Content will, macht es Sinn, auch lokal zu drehen. KI kann heute vieles nachstellen – aber echter Content mit echter Kulisse sieht echt aus, gerade weil er nahbar und „amateurhaft“ gefilmt ist und dadurch gerne geschaut wird. Bei unserem Dreh sollten Kuhweiden im Hintergrund sein, die Seenlandschaft am Öschlesee und die typische Kemptener Altstadtkulisse. Der Endverbraucher sieht dann sofort: Das ist wirklich Heimat. Oft ist das einfacher – und glaubwürdiger – als jede Nachstellung.
Worum es am Ende geht
Diese Kampagne steht für die andere Seite meiner Arbeit: nicht Action und Sport, sondern Emotion, Schauspiel und die Fähigkeit, im kleinen UGC-Team genauso zu liefern wie in der großen Produktion – inklusive dem Verständnis dafür, wie Foodshoots, UGC-Formate, Nutzungsrechte und regionale Kampagnen wirklich funktionieren.
Wenn Sie eine Kampagne planen, bei der Nahbarkeit, Emotion und Produkt zusammenkommen – ob Foodmarke, Lifestyle oder Regionalkampagne: Buchungsanfrage senden.
Häufige Fragen
Was ist UGC und warum spart es Marken Geld?
UGC (User Generated Content) ist Werbematerial, das ein Influencer, Model oder Endverbraucher selbst produziert – meist mit dem Handy. Weil der Creator sein eigenes Produktionsteam ist, fällt der Overhead aus Produktion, Casting und Crew weg. Die Marke erhält fertige Clips oder Rohmaterial für den eigenen Schnitt.
Sind mit einem UGC-Auftrag automatisch die Nutzungsrechte abgedeckt?
Nein. Produzieren und Nutzen sind zwei getrennte Dinge. Der Auftrag, Content zu produzieren, klärt noch keine Rechte. Veröffentlichung, Reichweite und Laufzeit werden separat über einen Vertrag und ein Buyout geregelt – ich richte mich dabei nach der VELMA-Tabelle.
Wie bucht man ein UGC-Model am besten?
Direkt zwischen Marke und Creator, ohne Agentur-Overhead. Weil Verlässlichkeit auf beiden Seiten der Knackpunkt ist, empfiehlt sich der Start mit einem kleinen, klar vergüteten Testprojekt, das beide Seiten sauber durchziehen, bevor man skaliert.
Was macht ein gutes UGC-Model aus?
Authentizität, ein Gespür für aktuelle Trends und Angles, solide Foto- und Filmgrundlagen (vor allem Licht und Ton) und die Kreativität für Übergänge, die in der kurzen Social-Media-Aufmerksamkeitsspanne funktionieren.
Was kostet ein UGC-Dreh im Vergleich zum klassischen Shooting?
Die reine Leistung ist mit einer Modelgage vergleichbar, aber das Zeitbudget für Planung, Schnitt und Grading kommt on top – plus die Nutzungsrechte über Buyout/VELMA. Günstiger ist UGC vor allem, weil der Produktions-Overhead entfällt.
Warum lohnt es sich, lokal vor Ort zu drehen?
Für lokalen, glaubwürdigen Content ist eine echte Kulisse oft überzeugender als jede Nachstellung. Im Allgäu waren das Kuhweiden, die Seenlandschaft am Öschlesee und die Kemptener Altstadt – der Zuschauer erkennt sofort die echte Heimat.
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Tobi Deckert