„das Liebner“ in Sölden: eine Hotelkampagne als Schauspiel-Paar
Behind the Scenes der Eröffnungskampagne für das Erwachsenenhotel „das Liebner“ in Sölden: Schauspiel statt Sport, das Wohlfühlgefühl verkörpern – und warum Video und Foto gleichzeitig zu drehen die Qualität kostet.
Written by
Tobi Deckert
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6 Minuten

Das Projekt
Gedreht wurde Anfang 2026 zur Neueröffnung des Hotels, gebucht über Visage Models Austria. Als Paar sollten Toni Horenburg und ich das gesamte Hotel erlebbar machen: die Zimmer, die verschiedenen Essensmöglichkeiten, das Bergpanorama der Tiroler Alpen und natürlich die Besonderheiten des Hauses – den imposanten Spa-Bereich, den Weinkeller und die Hausbar. Umgesetzt hat die Kampagne das Team um den Tiroler Foto- und Videografen Daniel Zangerl.
Schauspiel statt Sport
Bei einem solchen Shooting steht nicht das Sportliche im Vordergrund. Ein gewisses Maß an Fitness gehört dazu – im Spa, in der Badehose oder in der Sauna soll die Vermarktung schließlich gut aussehen –, aber der Fokus liegt auf dem Schauspielerischen: dem emotionalen Wohlfühlen. Als Model und Schauspieler verkörpern wir das Gefühl, das der Gast in den Räumen des Hotels haben soll. Der Betrachter muss sich mit uns identifizieren können.
Die eigentliche Herausforderung ist, gleichzeitig authentisch und gespielt-emotional zu wirken – die Genussmomente voll auszuschöpfen, ohne dass es aufgesetzt aussieht. Das ist die Kunst bei einer Wohlfühl-Kampagne.

Ausdauer und ein gutes Team
Wenn man von morgens bis abends durchdreht, braucht es als Model auch Ausdauer. Mit einem lustigen, unkomplizierten Team ist das aber kein Problem – und wenn man in einem Hotel shootet und die besten Gerichte und Signature-Cocktails probieren muss, weil sie in der Story vorkommen, ist das natürlich ein sehr angenehmer Nebeneffekt.
Der Profi-Insight: warum Video und Foto gleichzeitig die Qualität kostet
Ein Punkt, auf den ich Produktionen gerne früh hinweise: Oft wird versucht, Video und Foto gleichzeitig zu shooten, um Zeit zu sparen. Das ist ein Kostensparmodell, das klar zulasten der Qualität geht.
Der Grund: Model und Schauspieler verhalten sich beim Foto anders als beim Video. Beim Video spielt man Interaktion, man redet miteinander, arbeitet mit Mimik und Gestik. Beim Foto wird man für den perfekten Moment und das perfekte Licht wie eine Puppe zurechtgerückt – und dann wird abgedrückt. Schauspielert man gleichzeitig, wird das Foto meist nichts: halbe Mundbewegungen, Gesichtszüge, die auf dem Bild nicht funktionieren. Zu zweit potenziert sich das – sagt der eine gerade etwas, während der andere lacht, ist genau der wichtigste Shot unbrauchbar. Am Ende fehlen die entscheidenden Bilder, es muss nachgedreht werden (Zusatzkosten) oder das Ergebnis ist schlicht nicht gut genug.
Meine Empfehlung: auf jeden Fall getrennt shooten. Das dauert etwas länger, spart aber Zeit, sobald sonst Fehler passieren oder Bilder aussortiert werden müssen. Eine starre Reihenfolge braucht es nicht – Zähne und Licht sollen oft gleich sein –, aber Fotograf und Videograf müssen eng abgestimmt sein, sich nicht im Weg stehen und vor allem klar mit dem Model kommunizieren: klare Ansagen wie „Jetzt wird fotografiert – bitte Emotion, Lachen, keine Gespräche“ gegenüber „Jetzt wird gefilmt“ mit klarem „Action“. Ein eigenes großes Zeitbudget muss man dafür nicht einplanen, nur etwas Pufferzeit für die Abstimmung. Beides koordiniert an einem Tag zu machen ist immer noch schneller – und sicherer – als getrennte Drehtage, bei denen man am zweiten Tag das Wetter-Risiko und den Aufwand hat, die ganze Szenerie neu herzurichten.

Tirol als Kulisse – und als Beratung
Ich bin generell viel in Tirol unterwegs und kenne mich dort aus. Sölden ist ein Hotspot, und gerade wenn es um sportliche oder skifahrerische Leistung geht, berate ich gerne auch vor Ort: wo man was zu welcher Zeit am besten shootet. Genau diese Ortskenntnis macht regionale Kampagnen glaubwürdiger und effizienter.
Worum es am Ende geht
Diese Kampagne steht für die Schauspiel-Seite meiner Arbeit: Emotion glaubwürdig verkörpern, Ausdauer über einen ganzen Drehtag, und das Verständnis dafür, wie eine Hotel-/Hospitality-Produktion wirklich effizient läuft. Wer eine Kampagne mit Gefühl, Paar-Chemie und Ortskenntnis plant, bekommt einen Darsteller, der mitdenkt.
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Häufige Fragen
Sollte man Video und Foto gleichzeitig shooten, um Zeit zu sparen?
Besser getrennt. Model und Schauspieler verhalten sich beim Foto (posiert, perfekter Moment) anders als beim Video (Interaktion, Sprechen). Gleichzeitig wird das Foto oft unbrauchbar. Getrennt shooten dauert etwas länger, spart aber Nachdrehs und aussortierte Bilder – entscheidend ist die enge Abstimmung von Fotograf, Videograf und Model mit klaren Ansagen.
Warum bucht man für ein Hotel ein Model, das schauspielern kann?
Weil eine Wohlfühl-Kampagne das Gefühl verkörpern muss, das der Gast haben soll. Der Betrachter identifiziert sich nur, wenn Emotion und Interaktion echt wirken – authentisch und gleichzeitig gespielt. Das leistet ein reines „Standmodel“ nicht.
Was wird bei einer Hotel-Kampagne alles dargestellt?
Typischerweise Zimmer, Gastronomie, das Umfeld und die Highlights des Hauses – hier zum Beispiel Spa, Weinkeller, Hausbar und das Bergpanorama der Tiroler Alpen –, verbunden zu einer Story rund um ein Paar.
Bringt Ortskenntnis bei regionalen Kampagnen etwas?
Ja. Wer die Region kennt – hier Sölden und Tirol –, kann beraten, wo und zu welcher Tageszeit man am besten dreht. Das macht die Kampagne glaubwürdiger und den Dreh effizienter, gerade bei sportlichen Motiven.
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Tobi Deckert