Wie ich mich fit und gesund halte: Training, Regeneration und das Kissen, das ich selbst erfunden habe
Wie hält sich ein Sportmodel fit? Meine Morgenroutine, propriozeptives Training, Regeneration, Schlaf, Ernährung und Supplements, offen erzählt und mit klarem Disclaimer. Dazu der Grund, warum ich beim Regenerationsgerät, mit dem ich täglich arbeite, kein neutraler Anwender bin: Ich habe es selbst erfunden.
Written by
Tobi Deckert
Reading Time
15 Minuten
Der Körper ist das Werkzeug, nicht das Ziel
Ich gehe nicht ins Fitnessstudio, um mich aufzupumpen und sportlich auszusehen. Bei mir läuft die Reihenfolge andersherum: Zuerst kommt der Sport, dann die Leidenschaft — und der Körper ist das Werkzeug dazu. Ich trainiere regelmäßig, um meine Gelenke geschmeidig zu halten, mich vor Verletzungen zu schützen und fit zu bleiben. Damit ich die Sportarten machen kann, die ich liebe, und die Sportgeräte bedienen kann, die es dafür braucht.
Das ist keine Attitüde, sondern schlicht der Job. Als Sportmodel bin ich mit meinem Körper das Produkt, das gebucht wird. Welcher Körpertyp zu welcher Kampagne passt und warum das Wort „Fitnessmodel" im Briefing fast immer zu unscharf ist, habe ich getrennt aufgeschrieben: Fitnessmodel, Bodybuilder oder Sportmodel?
Jede Sportart beansprucht andere Muskelgruppen. Da ist es wichtig, eine Balance zu finden und gezielt vorzugehen — sonst schleppt man Dysbalancen mit sich herum, die irgendwann teuer werden.
Eines muss ich aber gleich klarstellen, weil ich hier niemanden enttäuschen will: Ich plane meine Trainingswoche nicht strikt nach Lehrbuch. Ich lasse vieles auf mich zukommen. Und ich entscheide vor allem nach einer Größe, die in keinem Trainingsplan steht — dem Wetter.
Mein Trainingsplan heißt Wetter — und was übers Jahr fehlt
Die Grundlogik ist simpel:
Gute Thermik und Sonne → Gleitschirm. Ich wandere mit dem Schirm im Rucksack den Berg hoch und fliege statt abzusteigen wieder runter. Sportliche Betätigung, Erlebnis und Adrenalin in einem — eine wunderbare Kombination.
Föhn, also nicht fliegbar, aber Wind → Kitesurfen.
Nach dem Regen, Boden wieder trocken → aufs Bike, ein bisschen Trail.
Was dabei zusammenpasst, ist erstaunlich: Skifahren und Kitesurfen ergänzen sich super. Die beanspruchte Muskulatur ist sich sehr ähnlich, auch wenn es von außen nicht so aussieht. Beim Kiten kommt mehr Bauch- und Fußkomponente dazu, dazu die Arme; beim Skifahren sind es stärker die Oberschenkel.
Interessanter ist aber, was fehlt — denn genau das muss ich gezielt auffüllen. Im Winter, wenn ich viel auf Ski stehe, fehlt mir das Brusttraining. Im Sommer mache ich im Studio viel Beinarbeit, um Sprung- und Kniegelenke fit zu halten und die Schläge und Landungen im Winter gut abfangen zu können. Und im Winter trainiere ich gezielt Schultern und Rotatoren, damit ich im Sommer die starken Belastungen beim Halten der Bar aushalte.
Grundsätzlich mache ich lieber irgendeinen Sport, der mir etwas bringt, als stumpf an einer Maschine eine gezielte Übung. Aber manchmal braucht es das eben auch. So sieht das über ein Jahr verteilt aus:
Baustein | Wann | Wofür |
Morgenroutine (Faszien, Tabata, Dehnen, Atmung) | täglich, 45 bis 60 Minuten | Tiefenmuskulatur, Beweglichkeit, Kopf frei vor dem Tag |
Gleitschirm | bei guter Thermik und Sonne | Ausdauer im Aufstieg, Konzentration in der Luft |
Kitesurfen | bei Wind, wenn Fliegen nicht geht | Rumpf, Füße, Arme, Zugbelastung an der Bar |
Mountainbike, Trail | wenn der Boden nach Regen wieder trocken ist | Beine, Ausdauer, Fahrtechnik |
Studio: Brust und Oberkörper | Winter | gleicht aus, was die Skisaison nicht liefert |
Studio: Beinarbeit | Sommer | Sprung- und Kniegelenke für harte Landungen im Winter |
Schultern und Rotatoren | Winter | Vorbereitung auf das Halten der Bar im Sommer |
Boulderhalle | ganzjährig als Joker | deckt sehr viele Muskelgruppen auf einmal ab |
Dehnen, passive Recovery | nach jeder größeren Belastung | Muskel auslängen, Flüssigkeit raus, Nährstoffe rein |
Welche Sportarten davon ich auch auf Kameraniveau fahre und nicht nur zum Spaß, steht in der Übersicht zu den Sportarten vor der Kamera. Das Trailrunning ist übrigens der Baustein, den ich am häufigsten unterschätze — es ist die ehrlichste Grundlagenausdauer, die ich kenne.
Die Morgenroutine: 45 bis 60 Minuten, jeden Tag
Was immer steht, egal wie der Rest der Woche aussieht: Jeden Tag nach dem Aufstehen bekommen mein Körper und mein Geist mindestens eine Dreiviertelstunde, oft eine ganze Stunde. Das sind vier Module:
Faszienball oder Faszienrolle. Verklebte Muskeln lockern und aufbrechen — vor allem, wenn am Vortag eine größere Belastung war.
Kurzes Tabata- beziehungsweise HIIT-Training. Eine kurze, intensive Einheit, die den Puls hochtreibt und die gesamte Körpermuskulatur anregt. Das mache ich täglich mit dem aufblasbaren Trainingskissen, das ich selbst entwickelt habe — genau für diesen Zweck. Der Fokus liegt dabei auf der Tiefenmuskulatur.
Kurze Dehnungssession, meistens ein Yoga-Sonnengruß. Auch hier wieder mit dem Kissen als Unterstützung.
Kurze Atemübung, um den Geist zur Ruhe zu bringen, bevor der Alltag startet.
Welche Module tatsächlich drankommen, hängt davon ab, was am Vortag passiert ist und was ich gerade brauche. Aber klar ist: So starte ich mit einer ganz anderen Energie in den Tag. Und an einem Drehtag ist genau diese Routine oft schon die gesamte Vorbereitung — mehr dazu in Vorbereitung auf ein Fitness- oder Sport-Shooting.

Propriozeptives Training: warum eine instabile Unterlage mehr fordert
Über all dem steht bei mir das propriozeptive Training mit dem aufblasbaren Kissen. Und weil das schnell nach Marketing klingt, sage ich es direkt: Das Kissen ist mein eigenes Produkt. Es heißt BOLSTair, ich habe es erfunden, und es kommt aus meiner Firma. Wer es sich ansehen will, findet es auf bolstair.com. Ich bin hier also kein neutraler Anwender, sondern der Entwickler — das gehört an den Anfang und nicht ins Kleingedruckte.
Das Prinzip dahinter ist unabhängig von der Marke und lässt sich mit jedem instabilen Untergrund nachvollziehen: Wenn Luft im Kissen ist, ist es eine instabile Unterlage. Der Körper — genauer: der Kopf — weiß nicht, in welche Richtung er ausgleichen muss. Genau dadurch ist er maximal gefordert. Das geht sehr tief in die Koordination hinein, und es werden sehr viele Muskeln gebraucht, um diese Ausgleichsbewegung überhaupt zu machen. Man kann in praktisch allen Körperlagen mit dem eigenen Körpergewicht damit arbeiten — sehr effizient und sehr ausgewogen.
Mein Ansatz ist damit ein komplett anderer als „mit klarem Trainingsplan ins Studio". Und den habe ich vor allem aus meinem Netzwerk an Experten, die mir bei der Entwicklung geholfen haben: Physiotherapeuten, Pilates-Trainerinnen, Yogalehrerinnen. Im Kern geht es meiner Meinung nach immer darum, dem Muskel einen neuen Reiz zu geben. Nur ein neuer Reiz lässt ihn wachsen beziehungsweise bringt dich zu deinem Ziel — egal ob Muskelaufbau oder Fettabbau. Wer immer dieselben Übungen macht und seinen Trainingsplan nie ändert, dessen Körper gewöhnt sich an die Belastung, und es geht nicht vorwärts.
Mein Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, mich aufzublasen oder einseitig auf Optik zu trainieren, sondern fit und agil zu bleiben. Ich sehe so viele Leute im Studio, die nur Oberkörper und Oberarme trainieren und dann Streichholzbeine haben. Und auf der anderen Seite Rennradfahrer mit Pferdeschenkeln und T-Rex-Armen. Im Leistungssport ist das so üblich und für Top-Performance sogar Voraussetzung — mein Anspruch ist ein anderer: einen gesunden Körper haben und Spaß an dem, was ich tue. Der Sport ist für mich die Energiequelle, die mich nach vorne bringt, nicht die Disziplin, die mich auslaugt.

Wie BOLSTair entstanden ist: ein Yoga-Netzwerk, Mauritius und ein Absturz
Der Anstoß kam nicht aus dem Fitnessstudio, sondern aus meinem befreundeten Yoga-Netzwerk. Einige Freundinnen, die Yogalehrerinnen sind, haben gesagt, man könne das ShredRack — den aufblasbaren Dachgepäckträger, den meine Firma vorher entwickelt hatte — auch als Yoga-Bolster benutzen. Und dass klassische Bolster recht schwer und im Preis unmöglich seien. Aus Luft — das war genau der Schlüssel. Entwickelt habe ich das Kissen im Team mit Marcus Mann sowie Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern.
Parallel dazu ist etwas passiert, das ich lieber nicht erlebt hätte. Ich war auf Mauritius im Urlaub, liebe diese Insel, war total motiviert und wollte sofort Vollgas Sport machen: surfen, kiten, fliegen. Und war genau am berühmten Tag drei zu übermütig. Keine Pause gemacht, die Muskulatur war noch nicht so weit — ich bin mit meinem Gleitschirm abgestürzt und sehr hart auf den Strand geknallt. Zum Glück habe ich mir „nur" Dornfortsätze am Rücken abgebrochen.
Hätte ich mich langsam herangetastet oder im Vorfeld besser trainiert, wäre das sicher nicht passiert. Aber die Büro-Fitness — viel zu wenig Vorbereitung — hat das schlicht nicht hergegeben. Seit diesem Ereignis, das war etwa 2017, war ich auf der Suche nach einem mobilen, kleinen Sportgerät, das ich überall mitnehmen kann und das sehr effizient meine innere Muskulatur aufbaut.
Der erste Anlauf ging in eine ganz andere Richtung. Ich war an einem Schlingentrainer dran, in den man ein Vibrationselement einhängen kann, sodass der ganze Trainer vibriert — ein Projekt, das ich zusammen mit der Firma Blackroll gemacht habe. Wir haben das Ganze auch patentiert. Als wir damit so gut wie fertig waren, hat das aufblasbare Kissen aber sehr viel mehr Fahrt aufgenommen. Zusammen mit Freundinnen, Pilates-Trainerinnen und Dozentinnen — zum Beispiel Sabrina Schmitt, die die Form des Kissens mitentwickelt hat — hat sich gezeigt: Das Ding macht genau das, worum es geht. Effizientes Training für alle Muskelgruppen, ohne viel Platz zu verbrauchen. Und dann ging alles los.
Dass ich Sportgerät und Kamera zusammendenke, ist übrigens kein Zufall. Ich baue mir auch meine Kamera-Rigs selbst — der Reflex, ein Problem in ein Bauteil zu übersetzen, ist bei mir derselbe.
Was das Kissen kann, und das Patent dahinter
Das aufblasbare Yoga- und Trainingskissen ist keine Faszienrolle und kein stabiles Kissen. Es grenzt sich davon bewusst ab, und genau darin liegt der Nutzen:
Sitzen und Meditation. Man kann in verschiedenen Positionen darauf sitzen, es wirkt unterstützend — bleibt aber eine instabile Unterlage, was man sich zunutze machen kann.
Abrollen. Es ist rund, der Körper kann darauf abrollen. Beispiel: in eine Stützposition gehen, das Bolster an die Schienbeine legen und nach vorne und hinten rollen. Das beansprucht extrem die Schultern und die gesamte Rumpfmuskulatur. Variation: ein Bein heben, dann kommt asymmetrische Instabilität dazu.
Steigerung über den Luftdruck. Lässt man etwas Luft ab, wird das Kissen instabiler — die Intensität steigt, ohne dass man ein zweites Gerät braucht.
Lunges und Stretches. Als Unterlage, zum Beispiel unters Knie gelegt und darüber abgerollt. Damit erweitert man die Range of Motion, also den Bewegungsradius beim Dehnen. Oder es ersetzt schlicht den Yoga-Block als Stütze.
Liegestütz, der klassische Fall. Bolster unter die Hände legen — man merkt sofort, dass der Liegestütz deutlich anstrengender und anspruchsvoller wird, weil der Körper ausgleichen muss. Genau dabei wird die Tiefenmuskulatur mitgetriggert, und Brust und Schulter werden umfangreicher und tiefer trainiert.
Der Teil, an dem ich am längsten gesessen habe, ist der, den man am wenigsten sieht: die integrierte Handpumpe. An dem Patent habe ich über ein halbes Jahr getüftelt. Meine persönliche Anforderung war klar — kein Werkzeug, keine Extra-Pumpe, kein zusätzliches Bauteil; schnell und einfach; und hygienisch, denn Aufblasen mit dem Mund war für mich nie eine Option.
Herausgekommen ist eine Handpumpe, die die Luft über eine spezielle Form sehr schnell hineindrückt. Der Clou ist die Geometrie: Das Ventil versperrt sich automatisch, sobald sich die Luft auffüllt. Je mehr Luft hineinkommt, desto runder wird das Kissen — und es drückt selbst auf sein eigenes Ventil und verschließt es. Ein zusätzlicher Klettverschluss sichert vor dem letzten Ausströmen, und am Ende wird das Ganze eingerollt wie bei einem Packsack. Dann ist es komplett luftdicht. Der Mechanismus stammt ursprünglich vom aufblasbaren Dachgepäckträger und funktioniert bei beiden Produkten zuverlässig — auf Messen sorgt er jedes Mal für einen Wow-Effekt.
Zur Fertigung gehört noch ein Punkt, der mir wichtig ist. Genäht, konfektioniert und versendet wird die Premium-Variante in den Caritas-Werkstätten Wendelstein im Chiemgau. Ich arbeite seit 2016 immer wieder mit solchen Einrichtungen zusammen, und ich sehe, wie sehr es den Leuten Spaß macht, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen statt Standardprodukte zu fertigen, die am Ende keiner braucht. Für eine Firma, die gerade mit einer Produktidee startet, ist eine Werkstattfertigung auf Gruppenbasis außerdem die passende verlängerte Werkbank: Sie kann flexibel auf saisonale Schwankungen reagieren, und die Prozesse können mitwachsen. Der Mechanismus funktioniert beim ShredRack genauso zuverlässig wie beim Bolster — und ich kann mir gut vorstellen, dass die Pumpe auch für weitere Produkte taugt. Für Lizenz-Deals bin ich durchaus offen.
Klar ist aber auch: Aufbau und Preis muss am Ende jemand bezahlen. Deshalb lassen wir den Kunden bewusst wählen — die PREMIUM-Variante mit Stoff aus recycelten PET-Flaschen, in Deutschland produziert, und die BASIC-Variante aus vergleichbarem Material in industrieller Serienfertigung. In Nutzen und Qualität unterscheiden sie sich so gut wie gar nicht. Wer das unterstützen will, kann es tun — muss aber nicht.

Ernährung: einfache Prinzipien statt harter Regeln
Vorab, weil es hier schnell falsch wird: Ich bin kein Ernährungswissenschaftler und kein Ernährungsexperte. Ich beschreibe hier ausschließlich, was ich für mich mache und was ich an mir selbst merke. Das ist keine Empfehlung und keine medizinische Beratung.
Ich versuche mich bewusst zu ernähren, und ich merke den Unterschied direkt am Körper. Wenn ich auf Messen bin oder viel reise und unterwegs einfach nur schnell irgendetwas esse, sieht man das gleich am Körperfettanteil. Wenn ich dagegen zu Hause bin und auf die Ernährung achten kann, starte ich in der Regel mit einem gesunden Smoothie in den Tag — damit habe ich für mein Gefühl schon einen Energievorrat für den Rest des Tages.
Meine Prinzipien halte ich bewusst einfach. Denn wenn die selbst auferlegten Regeln zu hart werden, ist es zu anstrengend, sie einzuhalten:
Mittags kohlenhydratreicher, abends eher eiweißreicher.
Auf den Körper hören. Wenn ich Sport gemacht habe, muss ich auch mehr nachlegen.
Süßigkeiten und Zucker weitestgehend weglassen. Das gelingt mit etwas Disziplin gut — vor allem, wenn man gar nicht erst anfängt.
Die grundlegende Kaloriengleichung. Was man über den Tag aufnimmt, muss in etwa dem entsprechen, was man verbrennt. Mehrere Tage auf Skitour heißt viel verbrannt, also auch wieder zuführen. Mehrere Tage im Büro heißt weniger Verlangen und kleinere Portionen.
Spannend sind logischerweise die Übergangsphasen zwischen solchen Zeitperioden — von der Skitourenwoche zurück an den Schreibtisch, oder umgekehrt vom Bürowinter direkt in einen Drehtag im Gelände. Da verschätzt man sich am leichtesten.
Supplements: was ich anlassbezogen nehme — und was ich nicht behaupte
Noch einmal ausdrücklich, weil dieser Abschnitt sonst nichts taugt: Das ist meine persönliche Erfahrung, keine Empfehlung, kein Wirkversprechen und keine medizinische Beratung. Ich bin Ingenieur und Sportmodel, kein Mediziner. Wer etwas ausprobieren will, soll das bitte mit jemandem besprechen, der es beurteilen kann.
Ich gehe hier mit gesundem Menschenverstand ran und nehme nichts dauerhaft, sondern anlassbezogen:
Vitamin D3 — wenn mehrere Tage die Sonne nicht scheint. Bei Shootings ist man oft mehrere Tage im Studio und sieht kein Sonnenlicht, dann ist das für mich naheliegend.
Ginkgo, Ginseng, Vitamin-B-Komplex — an längeren Bürotagen, wenn ich mich konzentrieren muss.
Rhodiola — wenn es mit der Stimmung mal nicht so gut läuft oder mehrere sehr anstrengende, stressige Tage hintereinander liegen.
Shilajit — ein spannendes Gestein, bei dem ich für mich mehr Energie wahrnehme.
Kurkuma und Ingwer — auf Messen, unter vielen Menschen oder am Set, wo man mit Menschenansammlungen zu tun hat, in denen nicht immer alle hundertprozentig gesund sind, weil der Job gemacht werden muss.
Kaffee-Alternativen wie Açaí oder Matcha, in Kombination mit MCT-Öl. Für mein Empfinden verlangsamt und verlängert das die Wirkung gleichzeitig.
Eisen und Magnesium — wenn ich viel Ausdauersport mache. Das merke ich bei mir sofort: Wenn ich es nicht tue, bekomme ich Kopfschmerzen bis hin zu Migräne.
Man kann es mit dem ganzen Zeug natürlich auch übertreiben. Aber man muss ja nicht jeden Tag alles nehmen, sondern auf den Körper hören und das nehmen, was man gerade braucht. Insgesamt sehe ich das relativ locker: Selbst wenn ein Supplement bei mir nichts bewirkt, wird es einfach wieder ausgeschieden — dann ist es schade ums Geld, und das kann jeder für sich entscheiden. Logisch muss aber auch sein: Wenn ich mir auf die Schnelle fertige, hochverarbeitete Lebensmittel reinziehe, kann das nicht die gesündere Alternative sein.
Regeneration und Schlaf: der Teil, den ich mir selbst abringen muss
Regeneration ist wissenschaftlich belegt mindestens genauso wichtig wie das aktive Training selbst. Gefühlt war das vor zehn Jahren noch gar kein Thema — gerade die Firma Blackroll hat hier einen neuen Branchenstandard gesetzt und das Thema noch einmal ganz neu aufgerollt. Davon profitiert die ganze Branche, auch ich.
Und ich muss mich hier selbst am meisten ermahnen. Wenn ich im Urlaub bin und geiler Wind, geiler Schnee oder geiler Swell ist, ertappe ich mich regelmäßig dabei, keine Pausen zu machen — weder tagsüber noch über mehrere Tage. Das Adrenalin überwiegt, aber am Ende powert man den Muskel immer weiter aus, und die Verletzungsgefahr steigt. Genau dieser Fehler hat mich damals auf Mauritius den Rücken gekostet.
Beim Schlaf achte ich konkret auf die Schlafzyklen. Das kann man sich mit Gewohnheiten antrainieren, und es gibt Apps, die dabei unterstützen. Wer es komplett übertreiben will, kann auch Produkte nutzen, die weitere Körperfunktionen überwachen — mir wird das irgendwann zu technologisiert, obwohl ich als Ingenieur sehr technikaffin bin. Ich spüre meinen Körper lieber auf natürliche Art. Solange das funktioniert, bin ich sehr happy. Konkret heißt das: Ich muss mir fast nie einen Wecker stellen, und wenn doch, wache ich sehr oft fünf Minuten vorher auf, selbst wenn das Shooting früh ist.
Dazu gehört ein Eingeständnis, das im Set-Alltag nicht immer beliebt ist: Ich verhocke nicht mit dem gesamten Team bis spät in die Nacht beim Essen oder an der Bar. Ich versuche, meine Schlafzyklen so zu timen, dass ich zur Calltime am nächsten Morgen nicht nur pünktlich, sondern erholt und frisch bin. Das schlimmste Gegenteil wäre, sich vor einem Shootingtag mit Alkohol zu betäuben — es ist kein Geheimnis, dass man das später sieht. Klar kann man mit Make-up viel machen, aber ich denke mir dann immer: wozu?
Zur Regeneration gehört bei mir auch das regelmäßige Dehnen: den Muskel richtig auslängen, damit beim Langziehen die Flüssigkeit herausgepresst wird und der Muskel sich anschließend wieder mit Nährstoffen vollsaugen und regenerieren kann. Ich unterscheide dabei bewusst zwischen aktiver und passiver Recovery. Mit diesem Konzept hole ich für mich deutlich mehr heraus — und ich nutze auch Dinge, die nichts mit meinem eigenen Produkt zu tun haben, zum Beispiel ein Memory-Foam-Kopfkissen, das meine Schlafqualität spürbar verbessert, weil der Nacken entlastet wird.

Schönheitsideal, Tattoo und Narbe
Am meisten Aufsehen sorgt tatsächlich das Tattoo: ein buntes Motiv auf der rechten Wade mit einer kompletten Outdoor-Sportwelt darauf — Gleitschirme, Fliegen, Kitesurfen, Skifahren. Das passt logischerweise nicht zu jedem Shooting und nicht zu jedem Produkt. Auf der anderen Seite stelle ich immer wieder fest, dass Tattoos sich in unserer Gesellschaft etabliert haben. Und es ist heute kaum noch Aufwand, so etwas in der Postproduktion zu retuschieren, falls es wirklich ein Thema wird.
Beim Schönheitsideal hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Es ist noch gar nicht lange her, da mussten weibliche Models gefühlt sehr dürr sein und die Männer voll muskelbepackt, um dem allgemeinen Standard zu entsprechen. Heute wird sehr viel mehr Natürlichkeit gesucht, und die wird auch bei mir immer wieder angefragt. Ich hatte tatsächlich schon Absagen, weil ich zu muskulös bin — obwohl ich gefühlt einen ganz normalen Standard habe. Nicht nur ich, sondern auch die Kunden halten Ausgewogenheit für wichtig. Man sollte gesund sein, aber es muss nicht immer ein Sixpack sein.
Auf der anderen Seite gibt es gerade bei Hotel-Shootings Szenen in der Sauna oder im Spa-Bereich, in denen der Körper gesehen wird und eine Rolle spielt. Am Ende ist man selbst das Produkt und soll eine Persona verkörpern — wenn ein Sport- und Wellnesshotel gesunde, fitte Gäste anziehen will, passt man da als Model gut hinein. Aber ich würde niemals so weit gehen, gezielt in eine Richtung zu trainieren, nur um ein bestimmtes Ideal zu verfolgen. Meine Prämisse bleibt: entspannt und gesund leben und weiter Spaß an meinen Sportarten haben.
Zur Narbe am Schlüsselbein, weil sie auf Polas manchmal auffällt: Ich habe mir zweimal das Schlüsselbein gebrochen. Das ist rund fünfzehn Jahre her, in meiner aktiven Wettkampfphase. Und ich gebe zu: Da war Leichtsinn im Spiel, falsche Entscheidungen — und noch nicht die Erfahrung, die ich heute habe.

Fitness ist Betriebssicherheit: was das für eine Produktion bedeutet
Das ist der Punkt, an dem aus einem privaten Thema ein geschäftliches wird. Ich bin auch Stuntman, und viele Produktionen haben Sorge, dass bei mir ein höheres Risiko besteht, für das Shooting verletzt zu sein. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Ich trainiere sehr bewusst für geforderte Szenen, ernähre mich bewusst und halte mich bewusst gesund und fit, um nicht auszufallen.
Bisher bin ich noch nie für ein Shooting ausgefallen — und genau deshalb arbeite ich hart daran, dass das so bleibt. Das gehört zum Job: Man selbst mit seinem Körper ist das Produkt. Und das Produkt sollte gut sein. Natürlich sind Unfälle und Sportverletzungen nie ausgeschlossen, es kann immer blöde Momente geben — aber man kann die Wahrscheinlichkeit drastisch reduzieren. Da spielen Schlaf, Erfahrung und das richtige Mindset zusammen.
Genauso wichtig ist es, mental fit zu bleiben. Wenn ich nicht fit bin, krank oder müde — aus welchen Gründen auch immer — dann müssen riskante Themen verschoben werden, oder ich gestehe mir eine Pause zu. In jedem Fall gilt: offene, ehrliche Kommunikation und Transparenz, und zwar früh. Wenn ein spezielles Sportshooting geplant ist, kann ich weit im Voraus Planungseinschätzungen geben: wie viel Vorbereitungszeit es braucht, ob Probetage nötig sind, ob mit mehreren Takes geplant werden muss. Da ich selbst auch immer wieder hinter der Kamera stehe, kann ich das ziemlich präzise angeben. Wie sich das in eine realistische Drehplanung einbettet, steht im Komplettleitfaden zur Planung eines Outdoor-Drehs.
Und weil die Frage regelmäßig kommt: Das Kissen habe ich immer dabei, es wiegt nur rund 300 Gramm und stört in keinem Rucksack. Aber ich muss auch nicht päpstlicher sein als der Papst. Es ist völlig okay, wenn eine Morgenroutine mal ausfällt oder ich sie nach dem Shooting nachhole. Ich bin ein großer Freund des Buchs „Miracle Morning", weil man morgens einfach noch viel schafft — realistischerweise komme ich am Set aber auch nicht ganz so früh ins Bett, weil man am Vorabend zusammensitzt und den nächsten Drehtag plant. Das ist völlig normal. Zaubern kann man auch nicht.
Sie planen eine Kampagne, in der ein Model einen Sport oder ein Trainingsgerät wirklich bedienen muss — und wollen wissen, wie viel Vorbereitung das realistisch braucht? Buchungsanfrage senden.
FAQ
Wie oft trainierst du in der Woche?
Jeden Tag mindestens 45 bis 60 Minuten Morgenroutine — Faszien, ein kurzes Tabata- oder HIIT-Modul, Dehnen, Atemübung. Dazu kommt der Sport, der zum Wetter passt: Gleitschirm bei Thermik, Kitesurfen bei Wind, Bike bei trockenem Boden. Ins Studio gehe ich gezielt für das, was die Saison nicht abdeckt — im Winter Brust, im Sommer Beine.
Was ist propriozeptives Training und was bringt es?
Training auf instabilem Untergrund. Der Körper weiß nicht, in welche Richtung er ausgleichen muss, und wird dadurch maximal gefordert. Es geht tief in die Koordination und aktiviert die Tiefenmuskulatur, weil sehr viele Muskeln für die Ausgleichsbewegung gebraucht werden. Ein einfaches Beispiel: ein Liegestütz mit den Händen auf einer instabilen Unterlage ist deutlich anspruchsvoller als auf dem Boden.
Was ist BOLSTair und welche Rolle spielst du dabei?
BOLSTair ist ein aufblasbares Bolster- und Trainingskissen für Yoga, Stretching, Workout, Prävention und Regeneration. Es ist mein eigenes Produkt: Ich habe es erfunden, die integrierte Handpumpe ist von mir patentiert, und es kommt aus meiner Firma. Ich schreibe hier also als Entwickler, nicht als neutraler Anwender. Mehr dazu auf bolstair.com.
Welche Nahrungsergänzung nimmst du?
Anlassbezogen und nicht dauerhaft — zum Beispiel Vitamin D3 an Tagen ohne Sonne, Magnesium und Eisen bei viel Ausdauersport, Kurkuma und Ingwer auf Messen. Wichtig: Das ist meine persönliche Erfahrung, keine Empfehlung und keine medizinische Beratung. Ich bin kein Ernährungswissenschaftler.
Steigt das Verletzungsrisiko, wenn ein Model auch Stunts macht?
Meiner Erfahrung nach ist es umgekehrt. Ich trainiere gezielt für geforderte Szenen und halte mich fit, um nicht auszufallen — bisher bin ich für kein Shooting ausgefallen. Dazu gehört auch, riskante Themen zu verschieben, wenn ich müde oder krank bin, und das früh und offen zu kommunizieren.
Wie bereitest du dich konkret auf einen Drehtag vor?
In den meisten Fällen mit nichts anderem als meiner normalen Morgenroutine. Das kursierende Bodybuilding-Rezept — Wasser laden, entwässern, Salz weglassen — halte ich für falsch, weil es beim Shooting nicht um Wettkampf geht, sondern darum, dem Kunden zu passen. Ausführlich steht das in Vorbereitung auf ein Fitness- oder Sport-Shooting.
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