Bart, Haare, Körper: Was es kostet, wenn eine Produktion den Look ändern will

Bei einem Model ist der Look das Produkt. Warum aktuelle Polas darüber entscheiden, was eine Look-Klausel im Vertrag leistet, wie sich Bart-, Haar- und Farbänderungen über Opportunitätskosten fair bepreisen lassen, welcher Look zu welcher Branche passt und wo beim Körper meine Grenze liegt.

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Tobi Deckert

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Mein Gesicht wird mit Bart um ein Vielfaches häufiger gebucht als ohne. Derselbe Mensch, dieselben Fähigkeiten — ein völlig anderer Marktwert. Genau deshalb ist jede Look-Änderung ein Vertrags- und Preisthema und kein Detail für den Drehtag. Hier steht, warum ich meine Polas mehrmals im Monat aktualisiere, was passiert, wenn beim Kunden nur alte Setbilder ankommen, wie eine Look-Klausel funktioniert, wie sich eine Änderung über Opportunitätskosten berechnen lässt, welcher Look zu Outdoor, Industrie, Hotel, Business und Fashion passt — und wo beim Körper meine Grenze verläuft. Kein Vorwurf an irgendjemanden: fast alles davon ist ein Kommunikationsproblem, das sich mit einer Zeile in der Anfrage lösen lässt.

Mein Gesicht wird mit Bart um ein Vielfaches häufiger gebucht als ohne. Derselbe Mensch, dieselben Fähigkeiten — ein völlig anderer Marktwert. Genau deshalb ist jede Look-Änderung ein Vertrags- und Preisthema und kein Detail für den Drehtag. Hier steht, warum ich meine Polas mehrmals im Monat aktualisiere, was passiert, wenn beim Kunden nur alte Setbilder ankommen, wie eine Look-Klausel funktioniert, wie sich eine Änderung über Opportunitätskosten berechnen lässt, welcher Look zu Outdoor, Industrie, Hotel, Business und Fashion passt — und wo beim Körper meine Grenze verläuft. Kein Vorwurf an irgendjemanden: fast alles davon ist ein Kommunikationsproblem, das sich mit einer Zeile in der Anfrage lösen lässt.

Der Look ist das Produkt — nicht die Verpackung

Als Model bin ich als Mensch selbst das Produkt. Der Look gehört untrennbar dazu: Bartlänge, Haarlänge, Frisur, Statur. Das ist keine Eitelkeit, sondern schlicht der Grund, warum eine Produktion genau mich gebucht hat und nicht jemand anderen.

Wie groß dieser Effekt ist, sehe ich an einer einzigen Beobachtung aus meiner eigenen Auftragslage: Mein Gesicht wird mit Bart um ein Vielfaches häufiger gebucht als ohne. Derselbe Mensch, dieselben Fähigkeiten, dieselbe Verfügbarkeit — und trotzdem ein völlig anderer Marktwert.

Daraus folgt ein Punkt, den viele Produktionen unterschätzen: Wenn der Look das Produkt ist, dann ist jede Änderung am Look ein Eingriff in das Produkt. Und der gehört vorher besprochen, nicht am Drehtag. Dieser Artikel beschreibt, wie das in der Praxis läuft — warum die Polas dabei das wichtigste Werkzeug sind, was eine Look-Klausel im Vertrag leistet, wie sich Look-Änderungen fair bepreisen lassen und wo bei mir persönlich die Grenze verläuft.

Eines vorweg: Das hier ist kein Vorwurf an irgendjemanden. Fast alles, was in diesem Bereich schiefgeht, ist ein Kommunikationsproblem und kein böser Wille. Kommunikationsprobleme lassen sich aber mit einer einzigen Zeile in der Anfrage lösen — und genau darum geht es hier.

Warum die Polas so wichtig sind

Polas — kurz für Polaroids — sind ungeschminkte, unbearbeitete Aufnahmen: Portrait, Profil links, Profil rechts, Ganzkörper, Hände. Kein Licht-Setup, kein Styling, keine Retusche. Ihr einziger Zweck ist zu zeigen, wie ich zum Zeitpunkt kurz vor der Buchung wirklich aussehe.

Aktuelles Pola-Set von Tobi Deckert: Portrait, Profil links, Profil rechts und Ganzkörper — ungeschminkt, unbearbeitet, ohne Licht-Setup

Genau deshalb aktualisiere ich meine Polas mehrmals im Monat, abhängig davon, wie viele Anfragen gerade laufen. Sie sollen tagesaktuell sein. Und ich mache generell viele eigene Bilder von den jeweiligen Shootings — da bin ich selbst stark dahinter, weil ich weiß, wie schnell Material veraltet.

Vom Pola aus kann man dann in jede Richtung gehen — das ist der eigentliche Sinn. Der Kunde sieht den ungeschminkten Ausgangszustand und weiß dadurch genau, worauf sich aufbauen lässt: Was macht die Maske daraus? Was macht das Styling daraus? Wie weit ist es bis zur gewünschten Persona? Ein fertig retuschiertes Setbild beantwortet keine dieser Fragen. Ein Pola beantwortet sie alle. Wie Polas in die Vorbereitung eines Drehtags eingebettet sind, steht in Vorbereitung auf ein Fitness- oder Sport-Shooting.

Das klassische Problem: wenn die Polas nicht ankommen

Der häufigste Fehlerfall in der Praxis ist banal — und trotzdem teuer. Er entsteht, wenn beim Kunden nur die fertigen Setbilder landen und nicht die aktuellen Polas.

Setbilder sehen gut aus. Sie sind aber oft ein paar Jahre alt und zeigen eine andere Haarlänge, eine andere Bartlänge, ein anderes Styling. Wenn diese Bilder weitergeleitet werden und die Polas nicht mitgehen, steht am Set irgendwann der Satz im Raum: „Auf den Bildern, die mir die Agentur geschickt hat, sah das aber ganz anders aus." Und dann wird es zum Problem.

Das ist ausdrücklich kein Vorwurf an Agenturen. Wer viele Models betreut, hat viele Datensätze zu pflegen, und Setbilder sind nun mal das Material, das am besten aussieht — es ist völlig nachvollziehbar, dass sie zuerst rausgehen. Nur beantworten sie die Frage nicht, die der Kunde eigentlich hat.

Reparieren lässt sich das schwer. Selbst wenn sich vor dem Shooting die Stylistin meldet und nach Kleidung fragt oder die Maskenbildnerin Sonderwünsche hat, kostet das erstens Zeit und viel Abstimmungsaufwand. Und zweitens werden dabei Vereinbarungen getroffen, die so nie unterschrieben wurden. Das darf nicht passieren — weder zu meinem Nachteil noch zum Nachteil der Produktion. Warum ein direkter Draht zum Model hier vieles abkürzt, steht in Model buchen: Agentur oder direkt?

Die Look-Klausel im Vertrag: ein Satz, der viel verhindert

Bei einer Buchung unterschreibe ich beim Kunden häufig einen Vertrag, in dem steht, dass ich an Bart- und Haarlänge nichts verändern darf. Der Zeitraum ist klar begrenzt: von Vertragsabschluss bis zum Drehtag.

Vier Polas von Tobi Deckert aus vier verschiedenen Jahren nebeneinander: unterschiedliche Haarlängen und Bartlängen — der Grund, warum Verträge eine Look-Klausel enthalten

Warum das nötig ist, zeigt die Bildreihe: vier Polas aus vier verschiedenen Jahren. Derselbe Mensch, vier deutlich unterschiedliche Looks. Ohne Klausel ist schlicht offen, welcher davon am Drehtag vor der Kamera steht.

In der Praxis ist die Klausel völlig unproblematisch, solange das Shooting zeitnah stattfindet und in der Zwischenzeit kein anderer, größerer Auftrag mit gegenteiligem Look-Bedarf liegt. Das kommt in der Regel nicht vor.

Und wenn es doch vorkommt? Dann weise ich klar darauf hin, dass es nicht geht. Ich muss zu dem stehen, was ich unterschreibe. Ich kann nicht bei einer Produktion einen Vollbart zusagen und bei der nächsten versprechen, ihn abzurasieren. Das funktioniert nicht — und wer es trotzdem versucht, verliert am Ende beide Jobs und den Ruf gleich mit.

Warum es dafür das Optionen-System gibt

Die Look-Klausel hängt direkt an einem anderen Mechanismus der Branche: der Optionenvergabe. Viele Produktionen verlangen eine erste Option und erwarten, dass man sie hält. Bei mir — und bei allen Models, die ich kenne — zählt am Ende die Buchung. Eine Option ist eine Reservierung, keine Zusage.

Sobald mehrere Optionen im Raum sind, muss scharf kommuniziert werden, auch über Shortlists. Heute ist alles sehr schnelllebig, und Produktionen entscheiden sich oft spät oder gar nicht. Das ist für Agentur, Model und alle Beteiligten anstrengend.

Verständlich ist es trotzdem. Gerade wenn mit mehreren Personen gedreht wird, wird eine Gruppe zusammengecastet, die miteinander funktionieren muss — zum Beispiel eine Gruppe von Freunden. Und gleichzeitig soll jede einzelne Person einer eigenen Persona entsprechen. Das ist im Marketing eine echte Aufgabe, und deshalb dauert es.

Auch dafür sind die Polas wieder das entscheidende Werkzeug: Sie sind das Einzige, woran sich vergleichen lässt, ob eine Gruppe optisch zusammenpasst. Welche Rolle die Persona bei der Auswahl spielt, steht in Fitnessmodel, Bodybuilder oder Sportmodel.

Was eine Look-Änderung kostet: das Prinzip Opportunitätskosten

Die Frage „Was kostet es, wenn wir den Bart abnehmen?" hat keine Preisliste. Sie hat aber eine sehr klare Logik, und die lässt sich in jedem Einzelfall durchrechnen.

Extrembeispiel Glatze. Wenn ich mir für ein Shooting eine Glatze rasieren müsste und es drei Monate dauert, bis die Haare nachgewachsen sind, heißt das im Umkehrschluss: Drei Monate lang bekomme ich keinen anderen Job, für den mein normaler Look gebucht wird. Das sind Opportunitätskosten — ich nehme mir selbst die Chance auf andere Shootings. Was ich in dieser Zeit durchschnittlich verdient hätte, müsste ich in Rechnung stellen.

Das wäre definitiv teurer, als ein passenderes Model mit Glatze zu buchen. Und genau das ist die ehrliche Antwort: Es gibt Look-Änderungen, bei denen die Besetzung eines anderen Models für alle Beteiligten die bessere Lösung ist. Deshalb einigt man sich in der Praxis fast immer auf einen Mittelweg.

Beim Bart, der in ein paar Tagen wieder nachwächst, liegt das in einem bezahlbaren Rahmen — aber es muss extra vereinbart sein. Der Unterschied zwischen „kostet fast nichts" und „kostet ein Vielfaches" ist nicht die Schere, sondern die Regenerationszeit.

Änderung

Wie lange sie nachwirkt

Wie sie sich üblicherweise regeln lässt

Farbe, die sich wieder auswäscht

Tage

unkompliziert, in der Regel mit der Gage abgegolten — trotzdem vorher ansprechen

Bart kürzen, in Form bringen oder abnehmen

Tage bis wenige Wochen

bezahlbarer Rahmen, aber als eigene Vereinbarung mit eigener Vergütung

Deutliche Änderung der Haarlänge

Wochen bis Monate

über Opportunitätskosten kalkulieren, vor der Buchung klären

Glatze

rund drei Monate

meist wirtschaftlich unsinnig — hier ist ein passenderes Model die bessere Wahl

Zur Einordnung: Das sind Erfahrungswerte aus meiner Praxis, keine Branchentarife. Jeder Fall hängt am konkreten Zeitfenster und daran, was in dieser Zeit sonst noch ansteht.

Was ich selbst schon mitgemacht habe

Bei mir war es bisher immer kurzfristig und reversibel: Haare färben mit Farbe, die sich wieder auswäscht — also ohne mittel- oder langfristige Folgen. Beim Bart genauso: kürzen, in Form bringen, anpassen. In der Regel lässt sich das unkompliziert regeln, wenn es vorher auf dem Tisch liegt.

Ich bringe deshalb zu jedem Set Rasierzeug mit, damit ich den Bart selbst anpassen kann. Das ist keine Sonderleistung, sondern Teil einer normalen Vorbereitung — genauso wie das Material und die Kleidung, die ich mitbringe.

Was mich stört: vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden

Der Fall, der wirklich Ärger macht, ist ein anderer. Wenn mir am Set, mitten im Dreh, gesagt wird, ich müsse mir den Bart abrasieren, dann möchte ich das noch einmal besprechen. Nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil dann drei Dinge gleichzeitig passieren: Der Zeitplan steht still, es entsteht Druck, und es wird unter Druck eine Entscheidung getroffen, die über den Drehtag hinaus wirkt.

Wenn das ein Planungsfehler auf Kundenseite ist, kostet er nun mal Geld — und er sollte nicht zu meinem Nachteil gehen. Bei mir ist es bisher nicht so weit gekommen. Ich kenne solche Fälle aber aus dem Bekanntenkreis, und dort wird darüber diskutiert.

Mir ist wichtig, dass auf beiden Seiten Verständnis dafür besteht: Die Produktion hat ein Bild im Kopf, das sie braucht — das ist legitim. Und das Model hat einen Marktwert, der am Look hängt — das ist genauso legitim. Man muss nur früh genug darüber reden.

Der Körper: wo ich mitgehe und wo nicht

Beim Körper wird es grundsätzlicher als beim Bart, weil sich hier nichts in ein paar Tagen zurückdrehen lässt.

  • Abmagern für ein Shooting: nein. Das widerspricht meinen Prinzipien — und meiner Arbeitsgrundlage. Ich brauche die Muskulatur für den Sport, den ich vor der Kamera auf Knopfdruck abrufen muss.

  • Zu muskulös für einen Auftrag: dann sage ich klar ab. Ich habe schon Absagen bekommen, weil ich eine zu sportliche Statur habe. Darüber lasse ich auch nicht über die Bezahlung mit mir reden — das ist für keine Seite wirtschaftlich.

  • Sich gezielt auftrainieren: im kleinen Rahmen ja, darüber hinaus nein. Es ist Arbeit und kostet Zeit, und in dem Maß, in dem es nötig wäre, wäre es für mich nicht förderlich. Ich bin mit meinem Körper sehr zufrieden und tue das Bestmögliche, damit ich alles machen kann, was ich mache. Jede zu starke Abweichung in eine Richtung wäre dabei hinderlich.

Warum ich bewusst nicht in eine einzige Richtung trainiere, steht ausführlich in Wie ich mich fit und gesund halte. Welcher Körpertyp für welche Kampagne der richtige ist, steht in Fitnessmodel, Bodybuilder oder Sportmodel.

Und der Wolverine-Fall?

Im Schauspiel ist gezieltes Hintrainieren übliche Praxis. Hugh Jackman hat für Wolverine seine komplette Statur angepasst und monatelang darauf hingearbeitet. Die Frage kommt deshalb regelmäßig — und die Antwort ist unbequem, aber einfach:

Das ist nicht vergleichbar. Ein Hollywood-Schauspieler performt in einer Größenordnung, in der monatelanges Training auf eine Rolle wirtschaftlich darstellbar ist. Bei einer Werbeproduktion steht diese Größenordnung nicht zur Verfügung — und das ist völlig in Ordnung. Es heißt nur, dass die Lösung eine andere sein muss.

Konkret bei mir:

  • Ein Sixpack kann ich liefern, weil ich in der Regel eines habe — aus Überzeugung und weil ich viele verschiedene Sportarten mache.

  • Im kleinen Rahmen ist eine Veränderung ein Selbst-Investment, das ich nicht in Rechnung stelle.

  • Ab einem gewissen Punkt muss ich mir das bezahlen lassen — und das sollte verständlich sein. Andernfalls gibt es andere Models, die besser passen, und für den Dreh würde es sich schlicht nicht lohnen.

  • Und wenn ein Sixpack ausdrücklich nicht sein darf, ist es ohnehin Quatsch, mich zu buchen — so ein Fall kommt in der Praxis aber auch nicht vor.

Körperbehaarung, Pflege — und wer das bezahlt

Hier wird es schwammiger als bei Bart und Haaren, weil die Schönheitsideale weit auseinandergehen. Das Wichtigste ist deshalb dasselbe wie überall: vorher ansprechen. Ich frage hier meist proaktiv nach, statt zu hoffen, dass es schon passen wird.

Zwei Looks von Tobi Deckert: links das Studioportrait mit natürlicher Körperbehaarung, rechts der ungestellte Outdoor-Look — Körperbehaarung und Pflege gehören vor dem Drehtag geklärt
  • Bei Hotel- oder Sauna-Shootings ist es ein Thema, das geklärt gehört — dort ist viel Haut im Bild.

  • Bei Models, die für Make-up oder Rasierer werben, sollte selbstverständlich sein, dass die Behaarung entfernt wird. Das ist Teil des Konzepts, kein Sonderwunsch.

Wer macht es, und wer zahlt? Wenn es vorab geklärt ist, komme ich fertig vorbereitet ans Set. War es vorher nicht klar, muss die Produktion den Rahmen dafür schaffen und es einplanen — das klappt in der Regel zuverlässig. Und dann ist es üblicherweise mit der Gage abgegolten, die in solchen Fällen aber auch etwas überdurchschnittlich ausfällt.

Welcher Look zu welchem Auftraggeber passt

Es gibt keinen guten und keinen schlechten Look. Es gibt nur passende und unpassende. Grob nach Branche sortiert sieht das so aus:

Branche

Passender Look

Outdoor und Sport

eher rougher und natürlicher — Authentizität ist wichtiger als Sauberkeit; hier will man oft deutlich mehr als den Dreitagebart

Industrie und Handwerk

muss passen und halbwegs ordentlich sein — nicht zwingend rasiert, aber ein gesunder Mittelweg

Hotel und Wellness

gepflegt und frisch

Business und Finanzen

meist der Kurzhaarschnitt, frisch vom Friseur

Fashion

ein ganz eigener Schnitt und Style — hier entscheidet die Handschrift der Kampagne

Vier Looks von Tobi Deckert nebeneinander: Business im Anzug, gepflegter Kurzhaarschnitt im Studio, Outdoor mit Mütze und der rauere Fashion-Look mit Vollbart

Die Gegenrichtung gilt genauso: Wer monatelang nicht beim Friseur war und so zum Set kommt, ist ebenfalls nicht zielführend. „Natürlich" heißt nicht „ungepflegt". Für Outdoor-Kunden ist ein bewusst gewählter, gewachsener Look das Ziel — nicht der Zufall.

Dasselbe Prinzip gilt übrigens nicht nur für das Gesicht, sondern für alles, was mit ins Bild kommt. Warum das Sportgerät derselben Logik folgt, steht in Das Sportgerät und die Stylistin.

Was in die Anfrage oder den Vertrag gehört

In der Regel reicht ein einziger Satz: dass sich der Look bis zum Drehtag nicht verändern darf. Denn genau dieser Look kann der Grund sein, warum die Produktion einen gebucht hat.

Wer es sauber machen will, klärt diese fünf Punkte in der Anfrage. Sie kosten fünf Minuten und sparen am Drehtag Stunden:

  • Aktuelle Polas anfordern, nicht nur die Sedcard. Ein Satz genügt: „Bitte schicken Sie uns Polas, die nicht älter als vier Wochen sind."

  • Den Look einfrieren. „Bart- und Haarlänge bleiben von Vertragsabschluss bis zum Drehtag unverändert." Das ist die eigentliche Look-Klausel.

  • Gewünschte Änderungen konkret benennen — Bart kürzen, Haare färben, Körperbehaarung — samt der Frage, wer sie durchführt und wer sie bezahlt.

  • Änderungen mit Nachwirkung getrennt behandeln. Alles, was länger als ein paar Tage wirkt, ist eine eigene Vereinbarung mit eigener Vergütung. Sonst wird am Drehtag darüber verhandelt, und das ist der schlechteste Zeitpunkt dafür.

  • Option und Zeitfenster klar benennen. Je länger zwischen Option und Dreh liegt, desto wichtiger wird die Klausel — und desto eher sollte auch feststehen, was passiert, wenn der Termin verschoben wird.

Wie sich das Ganze zu Gage, Buyout und Nutzungsrechten verhält, steht in Model-Buyout erklärt.

Was Produktionen am häufigsten unterschätzen

Am Ende ist es ein einziger Punkt: dass all das vorher sauber kommuniziert gehört. Der wiederkehrende Fehler ist, das Model vor vollendete Tatsachen zu stellen — kurz vor dem Dreh oder am Set selbst. Das kostet Zeit, Geld und Vertrauen. Und es lässt sich mit einer einzigen Zeile in der Anfrage vermeiden.

Derselbe Mechanismus taucht übrigens noch einmal auf, nur über eine ganze Saison statt über einen Drehtag: Wenn eine Marke einen Athleten unter Vertrag nimmt, ist dessen Auftreten dauerhaft Teil des Vertrags. Wie das funktioniert und wo die Unterschiede zum Model-Vertrag liegen, steht in Athleten-Verträge: Sponsoring, Teamfahrer und der Unterschied zum Model-Vertrag.

Sie besetzen gerade eine Kampagne und der Look spielt eine Rolle? Schreiben Sie einfach direkt in die Anfrage, welchen Look Sie brauchen und was am Drehtag anders sein soll als auf den Bildern. Buchungsanfrage senden — ich sage Ihnen dann offen, was geht, was extra vereinbart gehört und wann ein anderes Model die bessere Wahl ist.

FAQ

Darf ein Kunde verlangen, dass ein Model den Bart abrasiert?
Verlangen kann er es, wenn es vertraglich vereinbart ist — und genau da liegt der Punkt. Eine Look-Änderung ist eine eigene Leistung mit eigener Vergütung und gehört vor der Buchung geklärt, nicht am Drehtag. Bei einem Bart, der in wenigen Tagen nachwächst, ist das in der Regel unkompliziert und bezahlbar. Je länger die Änderung nachwirkt, desto teurer wird sie.

Was kostet es, wenn ein Model seinen Look für ein Shooting ändert?
Es gibt keinen Tarif, aber eine klare Rechenlogik: Opportunitätskosten. Maßgeblich ist, wie lange das Model danach für andere Buchungen ausfällt oder nur eingeschränkt einsetzbar ist. Bei einer auswaschbaren Haarfarbe sind das Tage, bei einer Glatze rund drei Monate. In dieser Zeit entgangene Aufträge sind der Maßstab für den Zuschlag.

Was sind Polas und warum verlangen Produktionen sie?
Polas sind ungeschminkte, unbearbeitete Aufnahmen — Portrait, Profil links und rechts, Ganzkörper, Hände — ohne Licht-Setup, Styling oder Retusche. Sie zeigen den aktuellen Ist-Zustand kurz vor der Buchung. Setbilder zeigen dagegen ein Ergebnis, das oft Jahre alt ist. Wer nur Setbilder bekommt, weiß nicht, wie das Model am Drehtag tatsächlich aussieht.

Wie oft sollten Polas aktualisiert werden?
Ich aktualisiere meine mehrmals im Monat, abhängig von der Zahl der Anfragen. Als Faustregel für Auftraggeber: Polas, die älter als vier Wochen sind, sollte man nicht mehr als Entscheidungsgrundlage nehmen — vor allem nicht bei Männern mit Bart, wo sich innerhalb weniger Wochen sichtbar etwas ändert.

Was ist eine Look-Klausel im Model-Vertrag?
Ein Satz, der festhält, dass Bart- und Haarlänge zwischen Vertragsabschluss und Drehtag unverändert bleiben. Sie schützt beide Seiten: Die Produktion bekommt das Gesicht, für das sie gebucht hat, und das Model weiß, woran es sich zu halten hat. Deshalb kann ein Model auch nicht zwei Produktionen gegenläufige Look-Zusagen machen.

Trainiert ein Sportmodel für eine Rolle auf einen bestimmten Körper hin?
Im kleinen Rahmen ja, das ist ein Selbst-Investment. Abmagern für ein Shooting mache ich nicht — ich brauche die Muskulatur für den Sport. Und wenn eine Kampagne einen deutlich anderen Körper braucht, ist ein passenderes Model für alle Beteiligten die wirtschaftlichere Lösung. Der Vergleich mit Hollywood-Rollen trägt hier nicht: Dort steht eine ganz andere Größenordnung zur Verfügung.

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Was ist ein Ratchet-Stunt? Air Ratchet, Ratchet Pull und die Technik dahinter

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Sport-Double oder Stunt-Double? Warum ein Gesicht günstiger ist als Model plus Double

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„Die Discounter“: Wer springt den Backflip in der Skihalle? Mein Dreh als Ski-Double für Thorsten

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Radeberger-Werbung 2025: Drehort Sächsische Schweiz - fünf Freunde am Elbsandstein

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Wie ich mich fit und gesund halte: Training, Regeneration und das Kissen, das ich selbst erfunden habe

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Vorbereitung auf ein Fitness- oder Sport-Shooting: warum das Standardrezept aus dem Netz hier nicht gilt

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Fitnessmodel, Bodybuilder oder Sportmodel? Welcher Körper zu welcher Kampagne passt

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Bosch-Werbung 2022: EXPERT Carbide - Industriemodel und Ingenieur auf einer echten Baustelle

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Athleten-Verträge: Sponsoring, Teamfahrer und der Unterschied zum Model-Vertrag

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