Drehort Chiemgau, Berchtesgadener und Salzburger Land: was die Region als Filmlocation liefert
Was Chiemgau, Berchtesgadener und Salzburger Land als Drehort liefern — beschrieben als Radius, nicht als Postleitzahl. Mit dem Jahreskalender, was wann geht, dem kleiner werdenden Gletscherfenster, den lokalen Windsystemen, die den Nebel aus einem Tal blasen und aus dem nächsten nicht, und warum eine ortskundige Anfrage anders durchgeht.
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| Insignificant 1 | Minor 2 | Significant 3 | Major 4 | Severe 5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Almost certain 5 | Medium 5 | High 10 | Very high 15 | Extreme 20 | Extreme 25 |
| Likely 4 | Medium 4 | Medium 8 | High 12 | Very high 16 | Extreme 20 |
| Possible 3 | Low 3 | Medium 6 | Medium 9 | High 12 | Very high 15 |
| Unlikely 2 | Very low 2 | Low 4 | Medium 6 | Medium 8 | High 10 |
| Rare 1 | Very low 1 | Very low 2 | Low 3 | Medium 4 | Medium 5 |
The same activity moves through the zones depending on conditions — weather, surface, light and daily form shift the rating.
Eine Region ist ein Radius, keine Postleitzahl
Wenn eine Produktion nach einem Drehort in den bayerischen oder österreichischen Alpen sucht, wird meistens zuerst ein Ort genannt — ein Berg, ein See, ein Tal, das jemand aus dem Urlaub kennt. Das ist selten der beste Einstieg. Denn das, was am Ende über den Drehtag entscheidet, ist nicht ein einzelner Punkt auf der Karte, sondern die Frage: Wie viele unterschiedliche Motive erreiche ich von einer Basis aus, ohne das Team ständig zu verschieben?
Deshalb beschreibe ich meine Region hier als Radius. Der Kern ist Chiemgau, Berchtesgadener Land und Salzburger Land. Aber das Einzugsgebiet reicht deutlich weiter, und die interessanten Motive liegen oft an dessen Rand.
Dieser Artikel ist bewusst ein Nachschlagetext für Produktionen: was die Region liefert, zu welcher Jahreszeit, mit welchen Fallstricken — und warum eine ortskundige Anfrage bei Liftbetreibern, Tourismusverbänden und Grundeigentümern anders ankommt als eine auswärtige. Die formale Seite, also Genehmigungen und Zuständigkeiten, steht ausführlich im Pillar-Artikel Outdoor-Dreh in den Bergen planen.

Wo ich sitze — und was ich von dort aus abdecke
Aktuell wohne ich bei Freilassing an der Grenze zu Salzburg — das ist noch Berchtesgadener Land. Davor habe ich 15 Jahre im Chiemgau gelebt, bei Siegsdorf. Ursprünglich komme ich aus München. Diese drei Wohnorte sind der Grund, warum das Einzugsgebiet so aussieht, wie es aussieht — es ist nicht recherchiert, sondern gefahren.
Der Kern — Chiemgau, Berchtesgadener Land, Salzburger Land: An einem einzigen Tag lassen sich hier sehr viele Facetten abdecken: Bergwanderwege, Klettersteige, Flüsse, Seen, weite Aussichten. Und das ist das Schöne am Voralpenland: Man bekommt traumhafte Sonnenuntergänge, vor allem von den kleineren Berggipfeln.
Oberbayern gehört voll dazu. Ich bin in München geboren und aufgewachsen und kenne die gesamte Region sehr gut. Der Gleitschirmflug für den ZDF-Film „Neid ist auch keine Lösung" entstand zum Beispiel am Brauneck bei Lenggries, die Almszenen an der Zwieselalm. Das Aircraft-Skiing-Projekt — auf Ski hinter einem Flugzeug über einen zugefrorenen See — fand am Riegsee statt und ist als eigener Case beschrieben: Aircraft Skiing.
Tirol ebenfalls. Für einen Werbefilm hatten wir Innsbruck als Location — auch das ist Gebiet, in dem ich mich auskenne, nicht nur landschaftlich, sondern auch bei den Wegen dorthin.
Und die Gletscher. Kitzsteinhorn, Hintertux, Stubai und Sölden liegen in etwa eineinhalb Stunden. Dort mache ich regelmäßig die Klamotten-Shootings für die Winterkollektionen. Sehr viele Skigebiete im Salzburger Land und in Tirol sind in rund einer Stunde erreichbar.
Am Ende zählt aber immer dieselbe Frage: Wo kann ich welche meiner Sportarten wie performen — und wie mache ich das einer Produktion verständlich? Genau das kann ich sofort einschätzen: wo ich was mache und warum dieser Spot der richtige dafür ist.

Die Spots, die nicht überlaufen sind — und der eine, der es ist
Hochfelln, Hochgern, Hochplatte, Kampenwand — genau die Berge, die nicht überlaufen sind und trotzdem einen wunderbaren Überblick über das Flachland geben. Sie wecken Sehnsucht, und das ist für eine Kampagne oft mehr wert als ein spektakulärer Felsgrat, auf dem sich niemand mehr wiedererkennt.
Das sind bewusst nicht die krassen hochalpinen Berge. Die hat man dann im Berchtesgadener Land und bereits rund um Bad Reichenhall — dort wird es steil, felsig und ernst. Beides in einem Radius zu haben, ist der eigentliche Vorteil: Man kann am selben Tag „einladend" und „ehrfürchtig" drehen.
Das Gegenbeispiel ist der Königssee. Dort kann man faktisch nicht mehr shooten — er ist völlig überlaufen, die Touristen kommen aus der ganzen Welt, und man bekommt weder ein leeres Bild noch einen ruhigen Ablauf. Gleichzeitig gibt es im Chiemgau versteckte Seen und Geheimspots, die genau das liefern, was Produktionen am Königssee suchen und nicht mehr finden.
Diese Spots gebe ich hier im Text bewusst nicht preis — die vermittle ich auf Anfrage. Das ist keine Verhandlungstaktik: Ein veröffentlichter Geheimspot ist innerhalb einer Saison keiner mehr, und die Leute, die dort leben, haben zu Recht ein Interesse daran, dass das so bleibt.

Der Jahreskalender der Region: was geht wann
Die häufigste Frage von Produktionen ist nicht „wo", sondern „wann". Die Region liefert fast das ganze Jahr — mit einer klaren Ausnahme und einer wichtigen Einschränkung beim Schnee.
Zeitraum | Was die Region liefert | Gut geeignet für | Worauf zu achten ist |
Januar – März | Winter in den Skigebieten (rund eine Stunde entfernt), verschneiter Wald, zugefrorene Seen | Ski- und Winterthemen, Winterlifestyle | Das Chiemgau selbst ist nicht hoch — Schnee im Tal ist nicht planbar |
April – Mai | Frühling im Tal, gleichzeitig noch Schnee auf den Gletschern | Übergangskollektionen, Kombidrehs Winter und Frühling an einem Tag | Das Gletscherfenster endet im Mai |
Juni – August | Alles sehr grün, Natur saftig, Almen, Seen, lange Tage | Sommer-, Bike-, Wasser-, Wander- und Klettersteigthemen | Kein verlässlicher Schnee — auch auf dem Gletscher nicht |
September – Oktober | Unglaublich schöne, bunte Herbstkulisse, klare Luft, Gletscherfenster geht wieder auf | Herbst- und Winterkollektionen, Bergstimmung, Porträt und Lifestyle | Morgens früh liegt in vielen Tälern Nebel — sehr lokal unterschiedlich |
November – Dezember | Übergangsphase: Blätter runter, noch kein Schnee, Himmel oft grau | — | Diesen Zeitraum möglichst meiden — es gibt kaum ein Motiv, das hier gewinnt |
September – Mai | Gletscherfenster: Kitzsteinhorn, Hintertux, Stubai, Sölden — rund eineinhalb Stunden entfernt | Winterkollektions-Shootings, planbarer Schnee | Powder wird seltener, die Gletscher gehen sichtbar zurück |
Die Gletscher — und warum das Schneefenster kleiner wird
Das Chiemgau ist nicht besonders hoch. Schneesicherheit findet man deshalb auf den Gletschern, und die nächsten sind Kitzsteinhorn, Hintertux, Stubai und Sölden. Dort liegt theoretisch das ganze Jahr Schnee.
Theoretisch — und das sage ich mit Sorge: Die Gletscher gehen in den letzten Jahren stark zurück, und ich sehe das erschreckend deutlich. Wir haben früher viele Kampagnen im Hochsommer auf den Gletschern geshootet. Das ist heute kaum noch möglich, weil der Schnee sehr eisig ist und der Hintergrund eher felsig als weiß aussieht — und für Outdoor-Shootings will man spritzenden Powder, nicht Blankeis.
Realistisches Gletscherfenster heute: etwa September bis in den Mai. Wer eine Winterkampagne im Hochsommer produzieren muss, kommt in Europa an eine harte Grenze — und muss dann entweder auf die Südhalbkugel oder das Timing ändern. Wie so ein Dreh auf der anderen Erdhalbkugel aussieht, habe ich im Case SportScheck „Es beginnt" in Neuseeland beschrieben.
Wichtiger als die Jahreszeit: die genaue Location
Der Satz, den ich in Vorgesprächen am häufigsten sage, lautet: Die genaue Location ist wichtiger als die Jahreszeit. Ein durchschnittlicher Tag an einem sehr guten Spot schlägt einen perfekten Tag an einem beliebigen Spot fast immer.
Das hat drei Gründe. Erstens das Licht: Ob eine Flanke im Oktober um halb neun schon Sonne bekommt oder erst um elf, entscheidet darüber, ob der Drehtag zwei brauchbare Fenster hat oder eines. Zweitens die Leere: Ein Motiv, an dem keine Wanderer stehen, spart Wartezeit, Retusche und Diskussionen. Und drittens die Erreichbarkeit: Ein Spot, den das Team mit Equipment in zwanzig Minuten erreicht, wird dreimal bespielt; einer, der eineinhalb Stunden Zustieg braucht, einmal.
Genau deshalb steht in jedem meiner Vorschläge nicht nur der Ort, sondern auch die Uhrzeit dazu.

Wetter innerhalb der Region: was wirklich geht — und was nicht
Die große Trennwand sind die Alpen selbst. Nordalpen und Südalpen können komplett unterschiedliches Wetter haben. Das klingt nach einer bequemen Ausweichoption, ist aber keine: Zwischen beiden liegen vier bis fünf Stunden Autofahrt. Für ein spontanes Umdisponieren am Drehtag ist das zu weit. Wer die Südseite als Plan B einplant, muss sie als eigenen Drehtag einplanen.
Beim Schnee ist es anders — der fällt extrem regional. Das Chiemgau bekommt wenig ab, das Salzburger Land entsprechend mehr. Innerhalb von zwanzig Autominuten kann der Unterschied zwischen „aper" und „winterlich" liegen. Hier muss man die lokalen Schneeberichte und die konkrete Wetterlage prüfen — und die Forecasts stimmen in dieser Region oft sehr gut, wenn man die richtigen liest.
Und dann gibt es die lokalen Windsysteme. Sie blasen zum Beispiel Nebel früher raus. Rund um Salzburg oder in Marquartstein liegt im Herbst früh morgens fast immer Nebel — während Bergen oder Siegsdorf zur selben Zeit schon frei sind. Und das sind nur ein paar Minuten Autofahrt auseinander.
Das ist der ehrlichste Beleg für Ortskenntnis, den ich habe. Es geht nicht darum, eine Region zu kennen. Es geht darum, zu wissen, welches Tal um sieben Uhr früh schon frei ist — und das Team dorthin zu schicken, statt zwei Stunden im Grau zu warten.
Warum die Region logistisch effizient ist
Die erste Regel bei jeder Kalkulation lautet: Wie lange muss das Team anreisen? Reisekosten explodieren, wenn im hintersten Winkel gedreht wird und die ganze Crew eingeflogen werden muss. Genau da hat diese Region einen strukturellen Vorteil: München, Salzburg und Innsbruck liegen im Umkreis, die Autobahn führt mitten hindurch, und die Motive liegen dicht beieinander.
Dazu kommt die Motivdichte. Berg, Wald, See, Fluss, Alm, Klettersteig, Skigebiet und Gletscher liegen in einem Radius, der an einem Tag mehrfach befahrbar ist. Das heißt für eine Produktion konkret: weniger Umzugstage, mehr Drehzeit — und die Möglichkeit, bei umschlagendem Wetter das Motiv zu wechseln statt den Drehtag zu streichen.
Das minimale, effiziente Team
Für ein schnelles Outdoor-Shooting braucht es erstaunlich wenige Leute. Das ist die Besetzung, mit der ich am liebsten arbeite und die in der Praxis am meisten liefert:
Fotograf plus eine Assistenz
Videograf plus eine Assistenz
eine Person aus dem Marketing mit Produktverantwortung und Entscheidungsbefugnis
ich vor der Kamera
Mehr braucht es nicht. Bei einem schnellen, wetterabhängigen Outdoor-Dreh will man nicht ständig ein ganzes Team im Hintergrund hin- und herkoordinieren. Jede zusätzliche Person kostet nicht nur Geld, sondern Reaktionszeit — und Reaktionszeit ist am Berg die knappste Ressource.
Ein unterschätzter Faktor: Es bringt viel, wenn sich die Crew schon kennt. Wenn Fotograf und Videograf aufeinander abgestimmt sind, schon mehrere Produktionen zusammen hatten und auch das Model kennen, kommt man erheblich schneller rein. Das ist einer der Gründe, warum ich Produktionen gerne Leute aus der Region vorschlage — nicht aus Lokalpatriotismus, sondern weil die Einspielzeit wegfällt.
Der Planungsfehler, den ich immer wieder ansprechen muss
Foto und Video müssen getrennt geshootet werden. Das ist der Punkt, an dem die meisten Outdoor-Produktionen Zeit verlieren — und der einzige, der sich rein durch Planung lösen lässt.
Wenn man Video dreht und dabei spielt, sieht das anders aus, als wenn man für einen stillen Frame eine Mimik, eine Geste, eine bestimmte Emotion halten soll. Beides gleichzeitig geht nicht, und man sieht es den Bildern hinterher deutlich an. Richtig ist, abwechselnd zu shooten: einmal die Szene nur als Video, dann dieselbe Szene nur als Foto. Das muss eine Produktion im Vorfeld einplanen — in Zeit und in Tageslicht.
Wie sich das auf einen ganzen Drehtag auswirkt, habe ich am Beispiel einer Hotelkampagne beschrieben: „das Liebner" in Sölden.
Ortskenntnis: warum eine lokale Anfrage anders durchgeht
Ich habe immer wieder mit Schlüsselpersonen aus der Region gearbeitet — die wechseln allerdings auch häufig, weshalb ein Namensverzeichnis wenig wert ist. Der eigentliche Vorteil liegt woanders.
Wenn man als Local direkt anfragt und genau beschreibt, was man vorhat, kann man zeigen, dass man die Location kennt. Das wirkt anders, als wenn eine auswärtige Produktion einfach anfragt. Den Liftbetreibern und Tourismusverbänden ist die Natur wichtig — und wie man sich dort verhält, was genau geplant ist, wie viele Leute kommen, was aufgebaut wird. Wenn sie merken, dass jemand aus der Region fragt, der weiß, warum er was wann wie macht, geht das deutlich leichter durch.
Ein Detail, das Auswärtige nicht auf dem Schirm haben: Für einige Schauplätze der Region sind Vereine die Eigentümer der Flächen. Da ist es noch wichtiger, vorher zu beschreiben, wer man ist und was man vorhat — ein Verein hat keine Genehmigungsabteilung, sondern einen Vorstand, der abends erreichbar ist.
Und ein praktischer Punkt, den viele unterschätzen: Die Leute, die dort wohnen und leben, fragen regelmäßig nach der Drehgenehmigung. Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil sie es gewohnt sind. Dann ist es viel wert, wenn jemand vor Ort sagen kann: Ich bin aus der Region, ich kenne mich aus, es ist alles angemeldet. Die Details dazu — wer wofür zuständig ist und welche Genehmigung wann nötig wird — stehen im Genehmigungen-Artikel und im Komplettleitfaden zur Outdoor-Drehplanung.
Wer hier schon gedreht hat — und welche Infrastruktur vorhanden ist
Ein paar Produktionen aus meiner eigenen Arbeit, die zeigen, was die Region abdeckt:
Die Hacker-Pschorr-Kampagne „Himmel der Bayern" an der Hochplatte, gedreht in einem kleinen Team mit Michael Müller — die Idee war eine Zweideutigkeit: man sitzt abends vor dem Fernseher, kann das Bier aber genauso in der Natur genießen und in die Ferne schauen.
Imagedrehs für Hotels der Region, unter anderem 2026 für das Hotel Edelweiss in Berchtesgaden.
skywalk und Flysurfer in Marquartstein — dort habe ich früher als Ingenieur Produkte entwickelt und war bei Werbedrehs vor und hinter der Kamera dabei. Der Gleitschirm-Teil davon steht im Gleitschirm- und Speedriding-Artikel.
Winterkollektions-Shootings auf den nahen Gletschern, regelmäßig über die Jahre.
Aircraft Skiing am Riegsee und ein Jetboard-Dreh am Fuschlsee mit ZOOOM Productions aus Fuschl am See — beide als eigene Cases beschrieben: Aircraft Skiing und Yodobashi am Fuschlsee.
Und die Infrastruktur ist da. In der Region sitzen mehrere Filmproduktionsfirmen — darunter die MISCHFABRIK — sowie Fotografen wie Klaus Listl / Freezing Motions und Michael Müller aus Stephanskirchen, mit dem ich regelmäßig arbeite. Dazu kommen Produktionsfirmen wie spreadfilms aus Traunstein, die auch international koordinieren. Das heißt für eine Produktion: Man muss nicht die ganze Crew mitbringen. Kamera, Foto, Licht, Fahrzeuge und Ortskenntnis sind vor Ort verfügbar, und ich kann in der Regel schnell den passenden Kontakt herstellen.

Was ich in der Region liefern kann — vor und hinter der Kamera
Vor der Kamera decke ich in diesem Radius das komplette Outdoor-Spektrum ab: Ski, Freeski, Mountainbike, Gleitschirm, Trailrunning, Kitesurfen am Chiemsee, Klettersteig, Bouldern, Wandern und Hiking, SUP und Segeln. Alles wetterabhängig — aber genau das ist der Punkt: Eine Person deckt das ganze Spektrum ab, ohne dass für jede Disziplin jemand anreisen muss. Welche Sportarten das im Detail sind und auf welchem Niveau, steht in Diese Sportarten fahre ich vor der Kamera; die Winterdisziplinen im Freeski- und Ski-Artikel, die Wasserdisziplinen im Kitesurf-Artikel.
Hinter der Kamera berate ich als Location-Scout. Der ideale Ablauf sieht so aus: Die Produktion gibt vor, was sie haben will — eine Idee, ein Framing oder am besten Referenzbilder. Dann schlage ich konkrete Locations vor, an denen ich drehen würde: solche, die für das Team gut erreichbar sind, die zum Licht zur geplanten Uhrzeit passen und die möglichst viel auf einmal abdecken. Dazu kommt, was formal nötig ist und wer dafür angefragt werden muss.
Und wenn es doch komplexer wird als gedacht — wenn aus einer Sportszene ein präparierter Stunt wird —, hilft Wer ist wer am Stunt-Set beim Einordnen, wer dafür gebraucht wird.
Sie planen einen Dreh in dieser Region? Schicken Sie mir Ihre Referenzbilder und den geplanten Zeitraum — ich sage Ihnen ehrlich, ob die Region das zu diesem Zeitpunkt liefert, welche Spots ich dafür vorschlage und was an Genehmigungen dranhängt. Die versteckten Seen und Geheimspots gebe ich nicht online preis, aber auf Anfrage sehr gerne weiter. Schreiben Sie mir.
FAQ
Welche Region ist gemeint, wenn von Chiemgau, Berchtesgadener und Salzburger Land die Rede ist?
Der Kern liegt zwischen Chiemsee und Salzburg, also Chiemgau, Berchtesgadener Land und das angrenzende Salzburger Land. Das praktische Einzugsgebiet ist größer: Oberbayern bis München, Tirol bis Innsbruck, dazu die Gletscher am Kitzsteinhorn, in Hintertux, im Stubaital und in Sölden. Skigebiete liegen etwa eine Stunde entfernt, die Gletscher etwa eineinhalb Stunden.
Wann ist die beste Zeit für einen Outdoor-Dreh in den bayerischen Alpen?
Frühling und Sommer für alles Grüne, September und Oktober für die farbige Herbstkulisse und klare Luft, Januar bis März für Winterthemen in den Skigebieten. Für planbaren Schnee ist das Gletscherfenster von etwa September bis Mai die verlässliche Antwort. Meiden sollte man November und Anfang Dezember: Die Blätter sind unten, Schnee liegt noch keiner, und der Himmel ist meistens grau.
Gibt es in der Region Schneesicherheit?
Im Tal nicht. Das Chiemgau liegt nicht besonders hoch, und Schnee fällt hier extrem regional — das Salzburger Land bekommt deutlich mehr ab. Planbaren Schnee gibt es auf den Gletschern in Kitzsteinhorn, Hintertux, Stubai und Sölden, alle rund eineinhalb Stunden entfernt. Das realistische Fenster dort ist heute etwa September bis Mai, weil die Gletscher sichtbar zurückgehen und im Hochsommer eher eisig als weiß aussehen.
Warum ist ein ortskundiger Ansprechpartner bei einem Bergdreh so wichtig?
Weil die entscheidenden Informationen nicht in Karten stehen. Lokale Windsysteme blasen Nebel in einem Tal früher raus als im nächsten — rund um Salzburg oder in Marquartstein liegt im Herbst morgens fast immer Nebel, während wenige Autominuten entfernt schon die Sonne steht. Dazu kommt die Genehmigungsseite: Liftbetreiber, Tourismusverbände und teilweise Vereine als Grundeigentümer reagieren auf eine ortskundige Anfrage deutlich anders als auf eine auswärtige.
Wie groß muss das Team für ein Outdoor-Shooting sein?
Deutlich kleiner, als die meisten annehmen. In der Praxis reichen ein Fotograf und ein Videograf mit je einer Assistenz, eine Person aus dem Marketing mit Entscheidungsbefugnis und die Person vor der Kamera. Jede zusätzliche Person kostet nicht nur Budget, sondern Reaktionszeit — und bei wetterabhängigen Bergdrehs ist Reaktionszeit die knappste Ressource.
Kann man Foto und Video an einem Drehtag gleichzeitig machen?
Nein, jedenfalls nicht ohne Qualitätsverlust. Wer eine Szene als Video spielt, bewegt sich anders, als wenn er für einen stillen Frame eine Mimik oder Emotion hält. Das sieht man den Bildern hinterher an. Richtig ist, abwechselnd zu arbeiten: dieselbe Szene einmal nur als Video, dann nur als Foto — und das muss in Zeit und Tageslicht vorher eingeplant sein.
Kann man am Königssee drehen?
In der Praxis kaum noch. Der Königssee ist völlig überlaufen, die Besucher kommen aus der ganzen Welt, und man bekommt weder ein leeres Bild noch einen ruhigen Ablauf. Die gute Nachricht ist, dass es im Chiemgau und im Berchtesgadener Land versteckte Seen und weniger bekannte Aussichtsberge gibt, die genau das liefern, was Produktionen dort suchen. Diese Spots gebe ich bewusst nicht öffentlich weiter, sondern auf Anfrage.
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